Vechta - „Ein großer Etat und ein Trainer, der weiß, wie man aufsteigt, sind eine vielversprechende Kombination“, sagte Fabian Villmeter vor der Saison über Rasta Vechta. Der Coach von Konkurrent Baunach gehörte zur deutlichen Mehrheit der Trainer, die Vechta als Favorit auf den Meistertitel der zweiten Basketball-Bundesliga (ProA) bezeichneten.

Jetzt fehlen dem Team von Coach Doug Spradley noch sechs Siege für die Rückkehr ins Oberhaus. Die gelang Spradley 2015 schon mit Würzburg. Im ersten Playoff-Viertelfinale empfängt Rasta an diesem Samstag (19.30 Uhr/Rasta-Dome) als Meister der Hauptrunde den Tabellenachten Phoenix Hagen. Die beiden Playoff-Finalisten steigen auf.

„Wir verstehen uns untereinander alle sehr gut, bis zum elften Mann“, sagt Rasta-Kapitän Dirk Mädrich. Der Center, der im vergangenen Sommer von den EWE Baskets Oldenburg an seine frühere Wirkungsstätte zurückkehrte, ist mit bald 35 Jahren fast doppelt so alt wie sein Teamkollege Philipp Herkenhoff. Während Mädrichs Spielanteile nicht mehr ganz so groß sind wie früher, zählt der 18-jährige Herkenhoff zu den Leistungsträgern.

Der Umbruch nach dem Abstieg vor einem Jahr und der Verpflichtung vieler neuer Spieler gelang schnell. Erstmals verloren die Vechtaer in der Hauptrunde kein Heimspiel – und das obwohl im sonst dauerausverkauften Rasta-Dome teils Plätze frei blieben.

In der Endrunde, in der drei Siege zum Weiterkommen nötig sind, seien alle Mannschaften gefährlich, sagt Mädrich. „Aber wir waren immer die Gejagten und sind immer konstant geblieben. Das wird sich in den Playoffs nicht ändern.“ Mädrichs Vertrag läuft im Sommer aus. Auf die Frage, ob er sich noch ein Jahr Bundesliga zutraut, stellt er klar: „Der Fokus liegt auf dem nächsten Spiel, unser Ziel ist der Aufstieg. Danach sehen wir weiter.“ Neben Vechta gelten die Crailsheim Merlins als Aufstiegsfavorit. Das Team um die Ex-Oldenburger Konrad Wysocki (36) und Philipp Neumann (26) schloss die Hauptrunde als Zweiter punktgleich hinter Vechta ab und trifft in der ersten Playoff-Runde auf Hanau.

Während die Hamburg Towers die Meisterrunde verpassten, läuft das Projekt der RheinStars Köln erfolgreicher, Basketball in einer weiteren Großstadt zu etablieren. Dank fünf Siegen in Folge haben sie im Viertelfinale gegen Karlsruhe Heimrecht.

„Wir wollen hier etwas aufbauen und in die erste Liga“, sagt Chefcoach Denis Wucherer, der kürzlich als Nachfolger von Dirk Bauermann bei Bundesligist Würzburg gehandelt wurde. Sein Fokus, sagt er, liege „zu 100 Prozent auf Köln“. Im Aufstiegsfall verlängere sich sein Vertrag „automatisch um zwei Jahre“. Gleichwohl habe er einen Berater, „der sich immer um Alternativen oder einen Plan B kümmert“.

Die Gladiators Trier mit dem gebürtigen Oldenburger Kevin Smit (27) treffen im Viertelfinale auf Heidelberg. „Wir haben jedes Team der Liga einmal geschlagen, und in den Playoffs ist eigentlich immer alles möglich“, sagt Smit, der seinen Kontrakt gerade um ein Jahr verlängert hat.