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NWZonline.de Sport Basketball EWE Baskets

Wandervogel fliegt von Nest zu Nest

06.03.2019

Vechta /Oldenburg Von der Hauptstadt ins Schwabenland, von dort aus in den Nordwesten – und das alles in nur fünf Monaten. Clint Chapman wird seinen Landsleuten in den USA später einmal ausführlich darüber berichten können, wie es um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den verschiedenen Regionen Deutschlands bestellt ist. Möglich macht das sein Beruf: Chapman ist Profi-Basketballer und gerade zu Rasta Vechta gewechselt – es ist bereits der dritte Bundesligist, bei dem er in dieser Saison unter Vertrag steht.

Der US-Amerikaner, der an diesem Mittwoch 30 Jahre alt wird, soll an diesem Sonntag (15 Uhr/Rasta-Dome) im Spitzenspiel gegen Bayern München sein Debüt für die Sensationsmannschaft geben. Die besondere Atmosphäre im Rasta-Dome hat Chapman schon im November vergangenen Jahres kennengelernt, als er mit Alba Berlin eine überraschende 69:80-Niederlage beim Aufsteiger kassierte.

Elf Stationen in sieben Jahren

Rasta Vechta ist bereits die elfte Station, bei der Clint Chapman in seiner Profikarriere unter Vertrag steht. Seine Vereine: 2012-13 Basket Massagno (Schweiz) 2013 Vestelspor Manisa (Türkei) 2013-14 Olympic Fribourg (Schweiz) 2014-15 Hiroshima Dragonflies (Japan) 2015-16 Chiba Jets Funabashi (Japan) 2016-17 Niigata Albirex BB (Japan) 2017-18 Hiroshima Dragonflies (Japan) 2018 Tomaya Grouses (Japan) 2018 Alba Berlin 2018-19 Riesen Ludwigsburg seit 1. März 2019 Rasta Vechta.

Es war einer der letzten Auftritte des Centers im Alba-Trikot, kurze Zeit später ließ der Club das Vertragsverhältnis mit Chapman trotz guter Leistungen auslaufen. Der Vizemeister hatte den US-Amerikaner kurz vor Saisonbeginn verpflichtet, weil durch die Verletzungen der Centerspieler Dennis Clifford und Johannes Thiemann plötzlich ein Engpass auf den großen Positionen herrschte. Als Chapmans Zweimonats-Vertrag endete, waren beide Profis wieder genesen – und Chapman stand ohne Club da. Jedoch nicht lange.

Überall Ersatzmann

Bei den Riesen Ludwigsburg war Trainer John Patrick seinem Ruf, Spielern, die nicht seinen Erwartungen gerecht werden, rasch den Laufpass zu geben, gerecht geworden. Die erst im Sommer verpflichteten Center Trevor Mbakwe sowie Bogdan Radosavljevićc mussten gehen, Chapman kam und fand so nur drei Tage nach seinem letzten Spiel für Berlin einen neuen Arbeitgeber in der BBL.

Glücklich wurde der Profi in Ludwigsburg jedoch nicht. Chapman stand häufig nicht einmal im Kader, insgesamt bestritt er nur sechs Ligaspiele für die Schwaben. Folglich verständigten sich Club und Spieler auf eine Auflösung des bis zum Saisonende gültigen Vertrags, als Vechta anklopfte.

Der Tabellendritte hatte personellen Bedarf unterm Korb, weil sich Tyrone Nash wegen anhaltender Knieprobleme einer Operation unterziehen muss und voraussichtlich mehrere Wochen ausfallen wird. „Die Situation in Ludwigsburg war schwierig für mich. So oft draußen zu sitzen, kannte ich bisher nicht. Deswegen bin ich jetzt einfach glücklich, dass ich die Chance habe, weiter Basketball zu spielen. Ich bin sehr froh, nun bei einem Team zu sein, das so eine erstaunliche Saison spielt“, sagte Chapman gegenüber der NWZ über seinen Wechsel nach Vechta.

Kontinuität bei Baskets

Vertragsgemäß wird der Center bis zum Saisonende im Oldenburger Münsterland bleiben. Theoretisch aber könnte der Wandervogel, für den Vechta bereits die elfte Station seiner Profikarriere ist (siehe Infobox), auch in noch weitere Nester fliegen. Die Statuten der Basketball-Bundesliga (BBL) sehen keine Begrenzung vor, wie oft ein Spieler während einer Saison den Club wechseln darf. Allerdings können die Vereine nur maximal vier Nachverpflichtungen im Laufe einer Spielzeit tätigen. Dies ist grundsätzlich bis Ende März erlaubt, wobei es die Einschränkung gibt, dass im März nur ein Transfer vollzogen werden kann. Dies gilt auch dann, wenn ein Club bis Ende Februar weniger als drei Spieler nachverpflichtet haben sollte.

Für die Fans ist es angesichts der vielen Personalrochaden bei einzelnen Vereinen nicht immer einfach, eine emotionale Bindung zu ihrem Team aufzubauen. „Es macht die Identifikation nicht leichter“, sagt Jannik Wiggers-von Staa, der Anhänger der EWE Baskets Oldenburg und Vorsitzender des Fanclubs „Thunderstorm“ ist. Aus seiner Sicht habe die Spieler-Fluktuation innerhalb der BBL jedoch abgenommen. „Früher war es deutlich schlimmer“, stöhnt Wiggers-von Staa und erinnert an die Baskets-Jahre unter Trainer Don Beck (2002 bis 2007), als Kurzzeit-Verträge auch in Oldenburg üblich waren und der Kader vor und während so sehr durchgemischt wurde, dass selbst eingefleischte Anhänger bisweilen den Überblick verloren.

Mittlerweile hat sich die Bundesliga aber wirtschaftlich und sportlich so sehr weiterentwickelt, dass insbesondere die Spitzenteams in der Lage sind, ihre Top-Spieler auch einmal länger als eine Saison zu halten. In Oldenburg etwa verfolgen die Verantwortlichen seit einiger Zeit die Politik der personellen Kontinuität. Neben der Ausnahme-Erscheinung Rickey Paulding (seit zwölf Jahren im Club) absolviert Philipp Schwethelm schon seine vierte Saison in Folge im Baskets-Trikot, Frantz Massenat seine dritte. Center Rasid Mahalbasic hat seinen Vertrag kürzlich bis 2021 verlängert, dann wird der Österreicher vier Jahre in Oldenburg gewesen sein. „Traumhaft“ sei das, sagt Wiggers-von Staa: „Fans und Team wachsen so leichter zu einer Gemeinschaft zusammen. Ich bin froh, dass die Baskets diesen Weg gehen.“

Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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