Dass Basketball unterschiedliche Kulturen verbinden kann, erlebten Fans der EWE Baskets Oldenburg am späten Freitagabend nach dem verlorenen Halbfinale in der Euro-Challenge gegen Karsiyaka Izmir. Auf der Fähre zurück zum Hotel trafen die mitgereisten Anhänger auf einige Fans der Gastgeber, es kam zu spontanen Verbrüderungsszenen: Über die türkische Ägäis schippernd, tauschten die Fans beider Lager Gesänge und Schals aus – von der hitzigen Atmosphäre aus der Halle war nichts mehr übriggeblieben. „Das war wirklich toll“, sagte Philipp Hernberger (28), bei den Baskets für Marketing und Vertrieb zuständig, und hielt die Begegnung mit seiner Kamera für das Baskets-Archiv fest. Für den folgenden Tag verabredeten sich die Gruppen zu einem Basketballspiel am Strand von Karsiyaka. Das Resultat wurde nicht bekannt, war aber auch zweitrangig. So war den Baskets am Sonntag beim Spiel um Platz drei gegen Gravelines die Unterstützung der einheimischen Anhänger sicher, die Oldenburger stimmten im Finale in die Karsiyaka-Sprechchöre ein. Der Beginn einer Fan-Freundschaft?
Um in Izmir dabei sein zu können, hatten die Oldenburger Fans keine Kosten und Mühen gescheut. Nicht nur Flug und Hotel mussten bezahlt werden, einige nahmen sich sogar eigens zwei Tage Urlaub. Dieser Einsatz nötigte auch Baskets-Trainer Sebastian Machowski (41) Respekt ab. „Ich finde es toll, dass so viele hierher gekommen sind. Auch wenn es für uns nicht gereicht hat, denke ich, dass sie guten Basketball gesehen haben und sich die Reise gelohnt hat.“ Zum Dank stellte sich die gesamte Mannschaft vor dem Spiel um Platz drei gegen Gravelines zu einem Erinnerungsfoto im Fanblock auf.
Zwischen den Anhängern stand Prof. Gerd Schwandner (61). Oldenburgs Oberbürgermeister war eigens zum Spiel um Platz drei am Sonntag angereist. „Das mache ich gerne, auch wenn ich natürlich aufs Finale gehofft hatte“, erklärte Schwandner: „Aber die Baskets haben eine tolle Leistung vollbracht und sind ein Aushängeschild unserer Stadt.“
