Ludwigsburg/Oldenburg - Dass Basketball-Bundesligisten vor einer Saison einen großen Teil ihres Kaders austauschen, ist inzwischen Normalität. Da bildet auch die Mannschaft aus Ludwigsburg, bei der die EWE Baskets Oldenburg an diesem Mittwoch um 20 Uhr zum Punktspiel antreten, keine Ausnahme. Elf neue Spieler hat Trainer Steven Key in der Sommerpause einbauen müssen, nach drei Partien haben die Ludwigsburger mit ihrem neuen Personal – wie die Oldenburger – 4:2 Punkte eingefahren.
Noch größer als im Aufgebot sind die Veränderungen im Südwesten aber in der Struktur. Im Sommer ließ der bisherige Haupt- und Namenssponsor EnBW den entsprechenden Vertrag mit den Basketballern auslaufen. Und das war politisch bedingt: Der Gemeinderat hatte zuvor beschlossen, das Stromnetz künftig nicht mehr vom Konzern EnBW, sondern von den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim betreiben zu lassen. Die EnBW wiederum hatte ihr Basketball-Engagement nur als einen Teil einer starken Gesamtpräsenz gesehen, die nun nicht mehr gegeben war. Die Folge: Das Unternehmen stieg bei den Basketballern aus und beendete somit eine zehnjährige Zusammenarbeit. Rund 600 000 Euro hatte der Energieversorger dem Bundesligisten zuletzt pro Jahr zukommen lassen.
Auf Drängen der Basketballer erklärten sich die Stadtwerke bereit, in einer Art Kompensationsgeschäft als Sponsor einzusteigen. Allerdings dürfte dieses Paket erheblich kleiner sein als das der EnBW. Abzulesen ist das daran, dass der Club nun keinen Namenssponsor mehr hat, die Basketballer nennen sich inzwischen Neckar Riesen Ludwigsburg. Der Gesamtetat liegt Schätzungen zufolge bei knapp 2,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der Etat der Oldenburger wird für die Spielzeit 2012/13 (inklusive der Kosten für die Nachwuchsarbeit) auf mehr als 5 Millionen Euro taxiert.
Ob dieser Unterschied auch an diesem Mittwoch auf dem Feld zu sehen sein wird, ist natürlich offen. Denn dass die Ludwigsburger auch unter den neuen Bedingungen eine bundesliga-taugliche Truppe beisammen haben, wurde am zweiten Spieltag deutlich. Da siegte das Team beim Vizemeister Ulm mit 91:84. Die auffälligsten Akteure der Ludwigsburger sind der Amerikaner Kammron Taylor (20,0 Punkte im Schnitt) und der deutsche Nationalspieler Lucca Staiger (18,0), der zu Saisonbeginn von Alba Berlin nach Baden-Württemberg gewechselt war.
Die Bilanz spricht derweil für die Oldenburger. Von den bisherigen zehn Spielen in Ludwigsburg gewannen die Baskets sieben. Im vergangenen Jahr gab es allerdings eine deutliche 77:98-Niederlage. Oldenburgs Trainer Sebastian Machowski stehen an diesem Mittwoch bis auf den länger verletzten Chris Kramer alle Spieler zur Verfügung.
