Oldenburg - Chris Kramer lag am Donnerstagabend häufig am Boden. Mehrfach geriet der 24-Jährige von den EWE Baskets Oldenburg in der Zone des Gegners TBB Trier ins Straucheln und schaffte es gerade noch vor dem Abflug in Richtung Werbebande, den Ball zu einem Teamkollegen zu passen oder noch selbst in Richtung Korb zu werfen.
Die harte Landung blieb dem US-Amerikaner jeweils nicht erspart, wohl aber seiner Mannschaft. Denn obwohl es am Ende der Partie noch einmal ganz knapp wurde, gewannen die Oldenburger mit 81:77 (44:37) und rückten so auf den zweiten Tabellenplatz der Basketball-Bundesliga vor. Verteidigen muss das Team diesen Rang bereits am Ostersonntag, wenn um 18 Uhr die Neckar Riesen Ludwigsburg in der Oldenburger Arena gastieren.
„Die Partie war manchmal etwas zerfahren. Wir haben letztlich aber verdient gewonnen“, fasste Baskets-Trainer Sebastian Machowski die 40 Minuten zusammen.
Von denen waren die letzten zwei besonders spannend: Denn nachdem die Oldenburger bereits mit 16 Punkten Differenz geführt hatten, glichen die Trierer kurz vor Schluss zum 72:72 aus – das Raunen unter den 3148 Zuschauern in der ausverkauften Arena war gewaltig.
Völlig cool blieb in dieser Phase allerdings der Ex-Trierer Dru Joyce. Der 28-Jährige, der bei den Baskets im Wechsel mit Kramer die Aufbauposition besetzt, erzielte vier Punkte in Folge zum 76:72. Das war der nötige Anschub, um das Publikum (und wohl auch manchen Teamkollegen) wieder zu beruhigen und den elften Sieg im 14. Heimspiel zu sichern. Mit 18 Punkten war Joyce auch bester Werfer seiner Mannschaft, bei den Gästen erzielte Barry Stewart (15) die meisten Punkte.
Triers Trainer Henrik Rödl war von der Leistung der Baskets insgesamt und von der Nervenstärke in der Schlussphase so beeindruckt, dass der Gegner für ihn nun „ein Top-Favorit auf die Meisterschaft“ sei. Machowski bedankte sich für das Lob und genoss es im Stillen. Dass seine Mannschaft hier und da etwas unkonzentriert gewesen sei, habe wohl mit der hohen Zahl der Spiele in den vergangenen Tagen zu tun.
Viel Zeit zur Vorbereitung bleibt allerdings auch dieses Mal nicht. Am Sonntag gastieren in der Arena die Ludwigsburger, die als Vorletzter Punkte im Kampf gegen den drohenden Abstieg benötigen. Trainer des Teams ist John Patrick, der schon in Göttingen und Würzburg Bundesliga-Teams betreute. Bester Werfer bei den Ludwigsburgern ist John Turek, der im Schnitt 12,4 Zähler sammelt.
Baskets: Kramer (8 Punkte), Bahiense de Mello (0), Joyce (18/3 Dreier), Wysocki (7/1), Chubb (14), Smeulders (6), Smit (0), Jenkins (14/3), Paulding (10), Burrell (4). Nicht eingesetzt: Freese.
