Würzburg/Oldenburg - Mladen Drijencic hätte seine Stars gegen die Merlins Crailsheim sicher gern etwas länger geschont. Doch der Trainer der EWE Baskets Oldenburg musste am Sonntagabend mit ansehen, wie schwer sich der Basketball-Bundesligist bei den gegen den Abstieg kämpfenden Gastgebern tat – und so ließ er bis auf den komplett geschonten Spielmacher Will Cummings viele seiner Leistungsträger lange Zeit auf dem Parkett. Geholfen hatte das am Ende dennoch nichts: Die Oldenburger unterlagen in der Ausweichhalle in Würzburgs mit 87:99 (48:46). Durch den überraschenden Sieg feierte Crailsheim am letzten Spieltag der Hauptrunde den Klassenerhalt, die Eisbären Bremerhaven sind nach einem Krimi im Parallelspiel gegen den MBC Weißenfels (87:90) abgestiegen.
„Wir haben heute alles versucht, aber das hat leider nicht zum Sieg gereicht. Ich kann meiner Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie nicht alles versucht haben“, kommentierte Drijencic die ausgebliebene Schützenhilfe für die Bremerhavener.
Die wichtigste Nachricht des Tages für die Baskets kam derweil erst nach dem Spielende. Im Playoff-Viertelfinale heißt der Gegner Baskets Bonn. Das erste Duell mit dem Siebten, der sich seinen Platz durch einen 102:98-Erfolg gegen Hauptrundenmeister Bayern München sicherte, findet am kommenden Sonntag (15 Uhr) in der großen EWE-Arena statt.
Crailsheim machte von Beginn an Dampf und lag nach dem ersten Viertel mit 28:25 in Front. Konrad Wysocki (14 Punkte), der von 2012 bis 2014 für die Baskets auflief und gegen die Oldenburger sein letztes Spiel in der Bundesliga bestritt, fand schnell zu seinem Rhythmus und kam in den ersten zehn Minuten auf sieben Punkte.
Grafik: Ricarda Pinzke
Auch im zweiten Viertel schenkten sich beide Teams nichts, doch nun übernahm Oldenburg die Kontrolle. Vor allem Rasid Mahalbasic (insgesamt 25 Punkte) bekamen die Gastgeber kaum unter Kontrolle. So ging es mit einer knappen Baskets-Führung in die Kabine (48:46).
In der zweiten Halbzeit konnte Oldenburg erstmals eine Zehn-Punkte-Führung herausspielen (61:51, 23.). Doch Crailsheim gab sich nicht auf, kam wieder heran und spielte schließlich einen furiosen Schlussabschnitt, in dem Wysocki kurz vor Schluss einen vorentscheidenden Dreier versenkte.
„Es ist schwer, in dieser Situation Worte zu finden. Wir haben Unmögliches möglich gemacht“, sagte Crailsheims Trainer Tuomas Iisalo. Besser hätte Wysockis letztes Spiel nicht laufen können. Nach der Partie wurde der 37-Jährige von den Fans emotional verabschiedet.
