Oldenburg - Der erste Tag von Maxime de Zeeuw bei den EWE Baskets Oldenburg begann mit einer Fehleinschätzung. Als er gebeten wurde, seine Kleidergröße für die Bestellung des Trikots zu nennen, gab der belgische Zugang zunächst überzeugt „XXXL“ an. Die Anprobe des ziemlich weit geschnittenen Jerseys belehrte den 106 Kilogramm schweren und 2,08 Meter großen Hünen dann aber schnell eines Besseren. „Da habe ich zweimal reingepasst“, lacht de Zeeuw, der schließlich eine zwei Nummern kleinere Dienstbekleidung auswählte.

Dass der 29-Jährige, dessen Nachname „de see-uh“ ausgesprochen wird, schon am Freitag für organisatorische Angelegenheiten im Trainingscenter des Basketball-Bundesligisten weilte, hat mit der belgischen Nationalmannschaft zu tun. Denn ab kommender Woche ist der Power Forward mit der Auswahl seines Heimatlandes unterwegs, um sich auf die EM-Qualifikation vorzubereiten. Diese beginnt für Belgien am 31. August und endet am 14. September.

Das bedeutet: De Zeeuw wird nicht nur den Trainingsauftakt der Baskets am 15. August verpassen, sondern nahezu die gesamte Vorbereitung mit seinem neuen Team. Nach seiner Rückkehr von der Nationalmannschaft bleibt dem Belgier nur eine Woche bis zum Bundesliga-Auftakt gegen den FC Bayern am 24. September.

„Das ist keine leichte Situation für mich und das Team. Aber ich werde alles tun, um mich schnell einzugliedern“, sagt der Flügelspieler. De Zeeuw ist anzumerken, dass es ihm unangenehm ist, seinen neuen Club so lange auf sich warten zu lassen. Den belgischen „Löwen“ abzusagen, sei jedoch keine Option gewesen, betont der 94-malige Nationalspieler:  „Das würde ich nie tun. Es ist für mich eine besondere Ehre, für mein Land zu spielen.“

So wird de Zeeuw erst am 18. September beim Baskets-Day erstmals mit seinen neuen Teamkollegen in Oldenburg auf dem Parkett stehen. Und dann will er – trotz der erschwerten Startbedingungen – sofort durchstarten: „Ich will alle glücklich machen.“

Die Erwartungen an den international erfahrenen Zugang vom tschechischen Meister CEZ Nymburk sind hoch: De Zeeuw soll als Nachfolger von Nemanja Aleksandrov für mehr Defensivstärke und Durchsetzungsvermögen unter den Körben sorgen und damit eine der Schwächen der vergangenen Jahre beheben. „Der Trainer hat mit gesagt, dass er mehr Power will“, berichtet Belgiens Spieler des Jahres 2014. Die guten Gespräche mit Coach Mladen Drijencic und Manager Srdjan Klaric seien ausschlaggebend für seinen Wechsel gewesen: „Mir gefällt, dass hier das Team im Vordergrund steht und nicht einzelne Spieler.“

Positiv ist auch der erste Eindruck, den er und Ehefrau Stephanie von der Stadt gewonnen haben. „Hier ist es sehr schön. Es ist ähnlich wie in Belgien. Auch, was die vielen Fahrräder angeht. Wir werden uns hier wohlfühlen“, sagt de Zeeuw – auch wenn er erstmal wieder weg muss.