AUGUSTFEHN - Der Preis ist ein Hauptargument für den Umzug aufs Land: „Viele Familien können sich in der Stadt Eigentum kaum noch leisten“, erklärt Hermann Lott jun., geschäftsführender Gesellschafter der Lott Immobilien KG in Apen-Augustfehn. Aber viele Familien würden auch bewusst ländliche Regionen als Lebensraum auswählen, „weil hier die Welt noch in Ordnung ist“. Insgesamt lebe es sich dort ruhiger, meint der Immobilienmakler, „die Kinder können noch Kind sein“, und die Kriminalitätsrate tendiere gegen Null: „Da kann man das Auto nachts auch mal offen stehen lassen.“ Dennoch sei die nötige Infrastruktur für die Nahversorgung vorhanden.
Speziell die Gemeinde Apen im Dreiländereck der Landkreise Ammerland, Cloppenburg und Leer/Ostfriesland locke mit günstigen Bauland- und Immobilienpreisen – den niedrigsten im ganzen Ammerland. „Dadurch sind Apen und Augustfehn beliebte Wohnorte für junge Familien“, erklärt Hermann Lott. Berufspendler fänden mit der Autobahn-Anbindung und dem Bahnhof in Augustfehn gute Voraussetzungen, um schnell ihren Arbeitsplatz Richtung Oldenburg oder Leer zu erreichen. Aber auch Ruheständler – vor allem aus dem Ruhrgebiet und dem Rhein-Main-Raum – schätzten die reizvolle Landschaft sowie die günstige geographische Lage in Nähe zur Nordsee und zum Kurort Bad Zwischenahn.
Die Notwendigkeit eines zweiten Autos – Hauptargument gegen einen Umzug aufs Land – sieht der Fachmann in Augustfehn nicht: „Die Wege auf dem Dorf sind kürzer. Und der Berufstätige fährt mit dem Zug.“ Für den täglichen Bedarf sei alles vor Ort – auch Kindergarten und weiterführende Schulen mit Außenstelle der Europaschule Gymnasium Westerstede in Apen. Außerdem finde sich für die Freizeitgestaltung ein riesiges Vereinsangebot. Wer beim Einkaufsbummel oder Kulturerlebnis eine breitere Palette wünsche, sei in einer halben Stunde in Oldenburg, in einer Stunde in Bremen und in einer knappen Stunde im holländischen Groningen.
Mehr Haus und Grund fürs Geld bekommen junge Familien auf dem Land, rechnet Hermann Lott vor: Während in einem städtischen Neubaugebiet Grundstücke 200 bis 350 Quadratmeter messen, gibt’s dafür auf dem Land 800 bis 1000 Quadratmeter mit deutlich mehr Freiraum. Ergänzt würde das Einfamilienhaus durch Nebengebäude, die für Hobbys genutzt werden können, und Platz für Kleintierhaltung. Besonders gefragt seien Rand- und Alleinlagen mit großem Grundstück: „In Augustfehn kann man 500 Meter vom Ortskern schon eine Randlage haben.“
Doch auch Mieter finden laut Lott ein ausgeglichenes Angebot vor. Es gebe Interessenten, die vor dem Kauf erstmal das ländliche Leben ausprobieren wollten: „Die wenigsten ziehen wieder weg.“ Ebenso gebe es für Neubauten eine große Auswahl an Baugrundstücken.
Der Energieverbrauch spielt bei der Immobiliensuche auf dem Land eine genauso entscheidende Rolle wie in der Stadt: „Der Anteil der Energiekosten an den Wohnkosten wird immer höher“, erklärt Hermann Lott. „Deshalb achten Interessenten immer mehr darauf, welche Energiekosten ein Haus hat.“ Bei Häusern aus den 50er und 60er Jahren würde eine notwendige umfassende Modernisierung ohnehin in die Kaufentscheidung einbezogen. Doch auch bei Häusern aus der 70er und 80er Jahren sei die Erneuerung der Wärmedämmung und auch der Fenster mittlerweile selbstverständlich.
