BAD HONNEF -

Alte Möbelstücke sind oft üppig verziert. Barock und Moderne können auch reizvoll kombiniert werden.

BAD HONNEF/GMS - Vergoldete Sessel, üppig verzierte Kommoden oder mit feinen Intarsien verzierte Schränkchen: Die Herrschaften früherer Zeiten lebten in aufwendig gearbeitetem Mobiliar. Einzelne Möbelstücke stehen heute in Antiquitätengeschäften. Daneben haben sich einige Hersteller auf den Nachbau von Antiquitäten spezialisiert.

Sammler haben ihre Freude daran, durch Antiquitätenläden zu bummeln und nach bestimmten Möbelstücken zu stöbern. Wem das zu aufwendig ist oder wer lediglich ein außergewöhnliches Einzelstück für die Wohnung sucht – ohne den Anspruch auf Echtheit – der ist bei den Stilmöbelherstellern richtig.

„Stilmöbel sind Reproduktionsmöbel, die an lang zurückliegende Zeiten erinnern, an den Barock oder den Klassizismus“, erklärt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Dabei handele es sich meist um einen Stilmix. „Es gibt in jeder Epoche klassische Grundformen. Die werden aber miteinander kombiniert.“ Bei Stilmöbeln seien vor allem die italienischen Hersteller stark vertreten.

So finden sich bei Selva aus Bozen in Südtirol gleich zwei Serien, die den Stil König Louis XVI. aufgreifen: Die Kollektionen „Bernini“ und „Villa Borghese“. Letztere schließt auch den deutschen und französischen Klassizismus mit ein. Die Kollektion „Louis Philippe“ orientiert sich am Stil des gleichnamigen französischen Königs. Schreibtische, Betten und Sessel gibt es unter anderem in „Nussbaumfarbig antik dunkel“ oder „Kirschbaumfarbig antikisiert hell mit Gebrauchsspuren“. „Sehr viel an den Möbeln ist Handwerksarbeit. Die Intarsien zum Beispiel werden per Hand eingelegt“, erklärt Evi Leitner.

Als „klassisch-luxuriöse Individualisten“ bezeichnet „Finkeldei“ seine Polstermöbel. Einige Einzelstücke lassen sich einer bestimmten Epoche zuordnen. Der Sessel „Lafayette“ etwa ist der Zeit Louis XIV. nachempfunden. Andere Möbel wie die Récamiere „Luxor“ verbinden verschiedene Epochen. Wer sich in das Barock-Sofa aus dem Museumskatalog verliebt hat oder Uromas Couch sucht, der ist bei CK Homedesign richtig. Die Firma baut auf Anfrage Antiquitäten nach. „Sie können uns einfach ein Bild bringen und wir nehmen das als Vorlage“, sagt Stefan Kinzel von CK Homedesign.

An den üppigen Formen des Barocks orientiert sich Kare: Die Firma setzt aber weniger auf originale Nacharbeiten, vielmehr werden die alten Formen modern umgesetzt. „Wir suchen den Stilmix“, sagt Jaqueline Wand. Sehr genau nimmt die Firma es dabei nicht mit den Vorlagen. Der Sessel „Black Mink“ etwa ist aus schwarz lackiertem Holz mit Kunstfell gearbeitet. Kare spricht von „extravagantem Barock-Design“.