BERLIN - Eine gute Dämmung nimmt auch bei der Altbausanierung einen immer wichtigeren Platz ein. Viele Altbauten lassen sich mit Wärmedämm-Verbundsystemen, vorgehängten Fassaden und Wärmedämmputz von außen dämmen. Bei aufwendigen Fassaden, Denkmälern und Grenzbebauungen kommt eine Außendämmung jedoch nicht in Frage, sagt der Architekt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung (BAKA). Hier müsse von innen gedämmt werden.

„Die Innendämmung ist immer dann das richtige System, wenn eine Außendämmung nicht in Frage kommt“, sagt Rolf Born vom Institut Wohnen und Umwelt (IWU) in Darmstadt. Der nur mäßige Wärmeschutz der Außenwände könne etwa bei Fassaden mit Ornamenten durch eine Innendämmung verbessert werden, ohne die Straßenansicht zu verändern. Die Rückfront solcher Gebäude sei allerdings häufig weder mit Ornamenten noch mit Außenputz versehen. Diese Gebäudeteile könnten von außen gedämmt werden.

„Nur wenn sich eine äußere Dämmung nicht realisieren lässt, sollte man stattdessen eine Innendämmung erwägen“, heißt es bei der Deutschen Energie-Agentur (DENA). Denn eine Innendämmung sei im Gegensatz zur Außendämmung anspruchsvoller in der Konzeption und Ausführung und sollte deshalb nur nach Berechnung von entsprechenden Fachleuten und durch Fachfirmen ausgeführt werden. Schließlich liege die Außenwand bei Dämmung der Innenflächen weiterhin im kalten, ungedämmten Bereich, und es bestehe die Gefahr von Bauschäden, zum Beispiel durch Tauwasser.

Bei der Innendämmung sollten die angrenzenden Bauteile wie Decken, Bodenanschlüsse, Innenwände, Sturz- und Brüstungsbereich der Fenster mit in die Planung einbezogen werden. Diese problematischen Bauteilecken müssten auf den Wärmedurchgang berechnet werden, um sicherzustellen, dass kein Tauwasserniederschlag in der Wandkonstruktion zu befürchten sei.

Innendämmungen haben aber auch Vorzüge. Sie lassen sich relativ einfach anbringen und sind nicht an bestimmte Renovierungsmaßnahmen zeitlich gebunden, erläutert das IWU. Es sei aber sinnvoll, diese Maßnahme mit einer Erneuerung von Tapeten, Fenstern oder Innenputz zu verbinden. Auch im Rahmen einer Wohnungsmodernisierung oder beim Beheben von Feuchte- oder Schimmelschäden biete es sich an, von innen zu dämmen.

Die Innendämmung steht nach Angaben des IWU zu Unrecht in dem Ruf, Feuchte- oder Schimmelschäden zu verursachen. Die Zahl solcher Schäden nach Innendämmmaßnahmen sei nicht groß und beruhe stets auf einer unsachgemäßen Ausführung der Dämmung.