BERLIN/DESSAU -

Gartenbesitzer sparen Wasser- und Abwassergebühren. Erdtanks haben ein größeres Fassungsvermögen.

BERLIN/DESSAU/GMS - Verbrannter Rasen und welke Blätter sind ein untrügliches Zeichen, dass der Garten während einer Hitzeperiode dringend Wasser benötigt. Doch dazu müssen Gartenschlauch oder Rasensprenger nicht immer an die Wasserleitung angeschlossen werden. Eine Alternative sind Regentonnen oder Erdtanks – sie schonen die Ressourcen, und der Gartenbesitzer spart Wasser- und Abwassergebühren.

„Um Trinkwasser zu sparen, kann Regenwasser in einer Tonne oder in einer stillgelegten Abwassergrube aufgefangen werden“, sagt Rüdiger Rosenthal vom Bund für Umwelt und Naturschutz. Tonne oder Grube werden an die Regenrinne angeschlossen. Das Bewässern und Gießen von Pflanzen, Bäumen, Obst und Gemüse ist auch nach Ansicht des Umweltbundesamtes in Dessau die technisch einfachste und sinnvollste Nutzung von Regenwasser. Neben Tonnen werden auch Erdtanks mit einem größeren Fassungsvermögen vertrieben.

Regentonnen werden direkt neben den Fallrohren an der Hauswand, der Garage oder der Gartenhütte aufgestellt. „Die Kunststoffgefäße gibt es in unterschiedlichen Größen meist mit 200 bis 500 Litern“, erklärt Andrea Steigert vom Hersteller Otto Graf. Das Wasser fließt durch ein spezielles Rohrstück, das in das Fallrohr eingebaut wird, in die Tonne. Die einfachste Art der Regenwassersammlung sei der Einbau einer Regenwasser-Ablaufklappe. Sie kann bei Bedarf von Hand geöffnet werden. Da es aber keinen Überlaufschutz gibt, kann die Tonne überlaufen, wenn die Klappe beim vollen Fass nicht rechtzeitig geschlossen wird.

„Die Gefahr des Überlaufens ist nicht gegeben, wenn ins Fallrohr ein Füllautomat eingebaut ist“, sagt Steigert. Sobald das Gefäß voll ist, leite der Füllautomat das Wasser in die Kanalisation um. Füllautomaten gebe es auch mit Filtern, die grobe Verschmutzungen vor dem Einleiten ins Fass herausfilterten.

„Zur Wasserentnahme können an Regentonnen auch Pumpen angeschlossen werden“, sagt Felix Wegerhoff von Gardena. Statt das Wasser mit der Gießkanne auf dem Grundstück zu verteilen, könne an eine Pumpe ein Schlauch gesteckt werden. An den Schlauch der Pumpe sollte aber kein Rasensprenger angeschlossen werden, da die Kapazität der Tonne dann schnell erschöpft ist.

In kleinen Gärten sehen Regentonnen nicht attraktiv aus und nehmen ohnehin schon knappen Platz in Anspruch. Einige Hersteller bieten deshalb besonders geformte Kunststoffgefäße an. Einen Tank, in dem Regenwasser aufgefangen wird und der gleichzeitig als Teich dient, hat beispielsweise der Hersteller Rikutec entwickelt. Der Kunststoffbehälter, den es in Steingrau, Terracotta und Basaltgrau gibt, hat ein Speichervolumen von 2100 Litern. Im oberen Bereich kann in einer Vertiefung ein rund 130 Liter fassender Teich angelegt werden. Alternativ kann auf dem Behälter auch ein Blumenbeet oder ein Stein-Ensemble arrangiert werden.

Platz sparen können Gartenbesitzer auch, wenn sie eine Säulentonne wählen. Ein solcher Tank speichert durch die größere Höhe bei gleichem Platzbedarf bis zu fünf Mal mehr Regenwasser als eine herkömmliche Tonne.