BERLIN -

Für Neubauten gelten gesetzliche Bestimmungen. Der Begriffsdschungel kann für Laien verwirrend sein.

BERLIN/GMS - Energiesparhäuser sind gefragt. Doch für die Zukunft zu bauen und zu planen, ist nicht einfach. Denn der Bauwillige sieht sich mit einem undurchsichtigen Begriffsdschungel konfrontiert. Zudem können künftige Entwicklungen auf dem Energiemarkt und technische Neuerungen von Laien kaum eingeschätzt werden.

„Neubauten müssen nach den gesetzlichen Bestimmungen der geltenden Energieeinsparverordnung Niedrigenergiehäuser sein, die etwa sieben Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen“, sagt Uwe Milles vom Bine-Informationsdienst. Weiterentwickelte Haustypen haben einen deutlich niedrigeren Verbrauch – und sind für viele Bauherren bezahlbar. Angeboten werden sparsame Häuser unter Begriffen wie Drei-Liter-Haus, KfW-40- Haus, KfW-60-Haus oder Passivhaus.

Für ein Haus mit Passivhausstandard muss ein Bauherr laut von Milles nur zwei bis zehn Prozent mehr bezahlen als für ein herkömmlich errichtetes Gebäude. Dafür spart er deutlich bei den Energiekosten. Für den Laien ist es allerdings schwierig herauszufinden, wie viel Energie ein Haus im Vergleich zum gesetzlichen Standard wirklich einspart. „Bei vielen Begriffen liegt im Bezug auf Energiesparhäuser keine verbindliche Definition vor“, sagt Jens Knissel vom Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt.

„Hausbezeichnungen mit Literangaben beziehen sich in der Regel auf den Heizöl- oder Gasbedarf eines Hauses“, sagt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau. Bei einigen Hausanbietern beziehe sich die Literangabe nur auf den Verbrauch der Heizungsanlage, bei anderen werde auch der Bedarf an Energie für die Warmwasserzubereitung mit eingerechnet.

Neben spezifischen Bezeichnungen der Anbieter gibt es Haustypen, deren Energiestandard klar definiert ist. „Bei Häusern nach den gesetzlichen Bestimmungen der Energieeinsparverordnung und Energiesparhäusern nach KfW-40- oder KfW-60-Standard wird die wärmetechnische Qualität eines Hauses mit dem gleichen Rechenverfahren errechnet“, erläutert Reiner Pohl von der Initiative „Massiv mein Haus“. Zugrundegelegt werde der jährliche Bedarf an der so genannten Primärenergie. Bei Häusern nach dem gesetzlichen Standard liege er bei elf Litern Heizöl oder Gas pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, der Bedarf an Heizwärme liege nur bei etwa sieben Litern. KfW-60-Häuser und KfW-40-Häuser haben einen Jahres-Primärenergiebedarf von sechs bzw. vier Litern. An Heizenergie brauche das KfW-60 Haus allerdings nur drei bis vier Liter. Ein KfW-40 Haus komme sogar mit 1,5 bis drei Litern aus. Vergleichbar mit dem KfW-40-Haus ist vom Heizenergiebedarf auch das Passivhaus. Nach klar vorliegender Definition kommt es mit etwa 1,5 Litern Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr aus.