BONN -
Aus Tellerkopfbrausen ergießt sich ein warmer Sommerregen. Das High-Tech-WC schluckt auch Gerüche.
BONN/GMS - „In unserer Gesellschaft wird zunehmend mehr Wert gelegt auf Badeinrichtungen, die zur Entspannung und Gesundheitsvorsorge beitragen“, sagt Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft. Zusätzlicher Komfort, ansprechendes Design und High-Tech sind gefragt.Zu den auffälligsten Neuheiten zählen zum Beispiel so genannte XXL-Duschen. Bislang waren sie höchstens in Luxushotels zu finden, jetzt sollen die Duschwannen, deren Ausmaße deutlich die Standardmaße überschreiten, auch das heimische Bad erobern. „Gedacht sind XXL-Duschen für alle Lebenssituationen“, sagt Marcus Möllers von „Kaldewei“. Bis zu 75 mal 170 Zentimetern oder 2,2 Quadratmetern messen die Riesenduschen. Bodenbündig eingebaute Modelle gewährleisten einen sicheren Ein- und Ausstieg und können auch mit einem Rollstuhl bequem befahrben werden. Bei Pfegebedürftigkeit erleichtert die Größe der Dusche Helfern die Arbeit.
Ist die Dusche extragroß, soll meist auch der Duschkopf mithalten können. Mit den herkömmlichen Standardbrausen haben diese Superköpfe nichts mehr zu tun: „Wie in einem Sommerregen ergießen sich aus den großflächigen Tellerkopf- und Handbrausen weiche Tropfen über den ganzen Körper“, beschreibt Anke Messerschmidt vom Hersteller Hans Grohe den neuen Komfort. Die tellergroße Dusche „Raindance“ (Regentanz) beispielsweise verwirbele durch eine spezielle Technik das Wasser mit der dreifachen Menge an Luft. Dadurch seien die Wassertropfen besonders weich und es werde Wasser gespart.
„Trend in großzügigen Bädern sind frei im Raum aufgestellte Badewannen, die das Bad zum gemütlichen Wohnraum macht“, berichtet Andrea Albrecht vom Hersteller Duravit. Holz – etwa als Verkleidung der Badewanne – lässt sie wohnlicher wirken. Zu den Luxusmodellen unter den frei stehenden Wannen zählt ein Entwurf des französischen Designers Philippe Starck für Duravit. Statt in einen Überlauf fließt das Wasser über den Außenrand in einen mit weißen Steienen ausgekleideten Graben. Er kann via Fernbedienung mit Licht in verschiedenen Farben illuminiert werden.
Mit der gelegentlichen Geruchsbelästigung aus der Toilettenschüssel hat sich die Firma Villeroy & Boch beschäftigt. Das neue „Pur-Air“-WC verfügt über eine integrierte Geruchsbeseitigung. Die Funktionsweise: Beim WC-Besuch reagiert ein eingebauter Sensor auf das Körpergewicht und aktiviert die zum Patent angemeldete Technologie. Entstehende Geruchsmoleküle würden durch eine spezielle Luftführung kanalisiert und einem Hochleistungsfilter zugeführt, der die großen Geruchsmoleküle bindet und nur die kleineren Moleküle der reinen Luft durchlasse, erläutert Eck. Äußerlich unterscheidet sich das High-Tech-Klo im Design nicht von der herkömmlichen Konkurrenz und passt auch in ein völlig schlichtes Bad.
