BONN - Frei stehende Badewannen verbreiten einen Hauch von Luxus und versprechen wohlige Entspannung. Allerdings setzen sie ausreichend Platz, einiges Kleingeld und meist auch aufwändige Installationsarbeiten voraus.

„Der Raum sollte mindestens zehn Quadratmeter groß sein, damit die Wanne gut zur Geltung kommt“, erklärt Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft. Ein Abstand von mindestens 70 Zentimetern zu allen Raumwänden sichert nicht nur den Bewegungsfreiraum. „Wenn man die Wanne mit nur relativ geringem Abstand von einer oder zwei Wänden abrückt, entsteht ein Problem beim Reinigen von Wänden und Boden hinter der Badewanne“, warnt Bad-Designer Harald Schnur.

Dann gilt es, die Installationsmöglichkeiten zu überprüfen. „Der Ablauf erfordert ein Gefälle von zwei Prozent“, erläutert Wischmann. „Deshalb muss in der Regel entweder der Boden etwas höher gesetzt oder der Estrich aufgeschlagen werden.“

Erst dann geht es an die Wahl der Wanne. Zwei große Stilrichtungen bestimmen derzeit den Markt: Da sind zum einen nostalgische Jugendstil-Wannen auf Löwenfüßen oder Tatzen. Zum anderen halten mit glatten, bis zum Boden reichenden Verkleidungen puristische Formen Einzug. Vom kreisrunden Gefäß bis zur eleganten Ellipse reicht die Palette.

Neben dem Stil ist die Größe ein entscheidender Faktor. „Das Standardvolumen beträgt 120 bis 150 Liter“, so Wischmann. Doch häufig sei die Versuchung groß, eine Duo- oder Familienwanne zu wählen. Es gibt durchaus Modelle, die rund 500 Liter fassen. Doch bei solchen Dimensionen ist Vorsicht geboten. „Bringt mein Heizkessel genügend Warmwasser, um die Wanne zu befüllen?“, ist für Schnur eine der wichtigsten Vorüberlegungen. Im Altbau sollte zudem ein Statiker prüfen, ob die Geschossdecke das Gesamtgewicht trägt. Außerdem bedeutet eine XL-Wanne dauerhaft hohe Betriebskosten.

Die Form und die Größe der Wanne wirken sich auch auf den Liegekomfort aus. „Man muss sich darüber im Klaren sein, wer die Hauptnutzer der Wanne sind und wie sie baden möchten“, rät Wischmann.