BONN -
Die meisten Rollläden sind aus Kunststoff. Einbruchhemmend wirken nur spezielle Modelle.
BONN/GMS - Im Winter sorgen Rollläden dafür, dass abends weniger Heizungswärme verloren geht. Im Sommer halten sie die Sonne und Hitze draußen. Neugierigen Blicken versperren geschlossene Rollläden die Sicht. Außerdem verringern sie das Einbruchsrisiko.„Geschlossene Rollläden vor dem Fenstern sparen bis zu ein Drittel Heizenergie“, erklärt Gabriele Tengler vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim. Etwas anders sieht das Jens Knissel vom Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt: „Wieviel Energie durch Rollläden eingespart wird, hängt wesentlich von der Konstruktion des Fensters und des Fensterglases ab.“ Bei modernen Fenstern mit sehr guter Wärmeschutzverglasung sei die Energieersparnis eher unerheblich, bei Einfachverglasung allerdings enorm. Deshalb sollten zunächst alte Fenster ausgetauscht werden, bevor über die Installation eines Rollladens nachgedacht werde.
Die meisten Rollläden werden heute aus Kunststoff und Aluminium hergestellt, sagt Gerhard Rommel vom Bundesverband „Rolladen + Sonnenschutz“. Daneben gebe es mit einen Marktanteil von zirka einem Prozent auch noch Holzrollläden. Diese eigneten sich vor allem für Häuser in einem eher rustikaleren Stil.
Rollläden können in das Außenmauerwerk eingebaut und damit optisch quasi versteckt werden. Hierfür eignen sich beispielsweise Ziegel-Rollladen-Kästen. „Bei dieser Lösung wird der nicht tragende Kasten wie ein Beton-Sturz oben auf die Fensteröffung gelegt“, erläutert Roger Schmidt vom Unternehmen Wienerberger Ziegelindustrie.
Damit keine Wärmebrücke entsteht, muss der Kasten gedämmt sein. „Im Nachhinein können Rollläden nur mit sichtbaren Kästen von außen am Haus angebracht werden“, erklärt Rommel. Sonst seien umfangreiche Umbauten am Haus notwendig.
Rollladen können mechanisch mit Gurtbändern herauf- und heruntergelassen werden. Für mehr Bequemlichkeit sorgt ein Elektromotor. Dieser lässt sich auch im Nachhinein einbauen, so Rommel, und sogar bequem per Fernbedienung steuern. Automatisierte Rollläden hätten zudem den Vorteil, dass Diebe das Haus auch bei Abwesenheit für bewohnt halten.
„Einfache Rollläden können Einbrecher relativ einfach und geräuschlos hochschieben“, warnt Michael Piller von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Hamburg. An besonders gefährdeten Fenstern biete sich deshalb der Einbau einbruchhemmender Rollläden an, erkennbar an der europaweit gültigen Norm V ENV 1627.
Diese Rollläden sind so gebaut, dass es Einbrechern innerhalb einer bestimmten Zeit nicht gelingt, eine ausreichend große Öffnung zum Einsteigen zu schaffen.
