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NWZonline.de Region

Was tun bei einem Wespennest in Haus und Garten?

21.08.2018

Laien fällt es oft schwer, Hummeln, Bienen und andere verwandte Fluginsekten auseinanderzuhalten. Wie erkennt man Wespen und ihre Nester?

DANIEL LÜCKE: Ein Nest ist aufgrund seiner Bauart und Form recht einfach zu erkennen – sofern es zu sehen und nicht versteckt ist, beispielsweise im Rollladenkasten oder einem Mauerhohlraum. In der Regel ist es rundlich und erinnert in seiner Textur an Altpapier. Die Bestimmung der Wespenart ist dagegen schon etwas schwieriger: Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe – auf die man häufig in unmittelbarer Nähre des Menschen trifft – haben einen schwarz-gelb-gestreiften Körper, der in der Mitte erkennbar schmal zuläuft – die sogenannte „Wespentaille“. Sie werden bis zu 14 Millimeter groß. Auffallend ist die schwarze Zeichnung am Kopf.

Es heißt, dass Wespen wie Bienen im Normalfall nie von selbst angreifen – warum sind sie dennoch eine Gefahr?

DANIEL LÜCKE: Meist ist ein einzelner Stich zwar schmerzhaft, aber ungefährlich. Kritisch wird die Situation allerdings, wenn es zu einer allergischen Reaktion oder zu einer Schwellung im Brustbereich kommt. Hält man ein paar Meter Abstand zum Nest, entfernt alle Nahrungsquellen wie zum Beispiel zuckerhaltige Lebensmittel – dazu zählt auch Fallobst – und verschließt Restmüll- und Biotonne bereits ab dem Frühjahr gründlich, ist die Chance relativ groß, kein Heimatort für Wespen zu werden. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es allerdings nicht.

Warum sollte die Entfernung des Nestes unbedingt Profis überlassen werden?

DANIEL LÜCKE: Eine professionelle Ausbildung ist sehr wichtig, um zu entscheiden, ob das Nest überhaupt abgetötet werden muss. In einigen Fällen ist auch eine Umsiedelung möglich. Außerdem kann nur der Profi die Wespenart genau bestimmen. Und das ist wichtig, weil die allermeisten Arten unter Schutz stehen. Ausnahmen bilden die Gemeine und Deutsche Wespe. Zum anderen können Fachleute die Betroffenen beraten und die Gefahren minimieren. Viele setzen auf das Prinzip der „Fairen Wespe“, eine von den Berufsverbänden gemeinsam ins Leben gerufene Initiative: Passt sich der Mensch ein wenig den Gewohnheiten der Wespen an, ist es manchmal sogar möglich, gemeinsam den Sommer zu verbringen. Die Schädlingsbekämpfer, die sich diesem Programm angeschlossen haben, halten sich natürlich an die Vorgaben der Berufsverbände.

Was ist das Gefährliche an handelsüblichen Mitteln gegen die Insekten und ihrer Benutzung?

DANIEL LÜCKE: Selbst zum Insektizid zu greifen, kann nicht nur für den Menschen schwere gesundheitliche Folgen durch Stiche haben. Im Gegensatz zum Profi kennt der Laie weder Wirkstoff und Wirkung noch Haltbarkeit. Nur der Experte weiß, welcher Inhaltsstoff in welcher Dosierung und Anwendungsform in jenem Bereich erfolgen kann, darf und sollte. Zudem verfügen Fachleute über die geeignete Schutzausrüstung und weiteres Equipment. In der Regel kommt man mit einer Sprühdose aus dem Baumarkt nicht weit.

Wie lassen sich einzelne Wespen, beispielsweise am Restauranttisch, wieder verscheuchen? Pusten oder wedeln – was ist richtig?

DANIEL LÜCKE: Weder noch. Wedeln und auch das direkte Anpusten machen die Wespen aggressiv. Fliegen mehrere umher, sollte man überlegen, ihnen das Feld zu überlassen und eventuell im Innenbereich des Restaurants weiter zu speisen. Ansonsten ist es wichtig, keine hektischen Bewegungen zu machen und ruhig zu bleiben. Sollte sich eine Wespe auf Menschen setzen, hat sie noch lange keine böse Absicht. Häufig ruht sie kurz aus und startet nach kurzer Zeit wieder durch.

Wespen sind ungeliebt aber nützlich

Die Deutsche und die Gemeine Wespe haben ihren Artgenossen einen schlechten Ruf eingehandelt. Sie sind die einzig lästigen, die es zu Eis, Kuchen und Co. zieht – alle anderen Arten fliegen nur auf Blumen und interessieren sich nicht für gedeckte Tafeln. Deswegen vergessen wir Menschen wohl schnell, wie nützlich die Insekten eigentlich sind. Unter anderem bestäuben sie wie Bienen und Hummeln nämlich Blüten und tragen damit zu einer reichen Obsternte bei. Die Insekten stehen in Deutschland unter Naturschutz. Ihre Nester dürfen daher nur in Ausnahmefällen abgetötet werden – wenn sie sich beispielsweise in unmittelbarer Hausnähe befinden und eine Gefahr für die Bewohner darstellen.

Birgit Will

Öffentlichkeitsarbeit und Beratung zum Schutz von Wildbienen und anderen gefährdeten Hautflüglern Stadt Oldenburg, Untere Naturschutzbehörde und NABU Bezirksgruppe Oldenburger Land:

"Wespen sind keine Schädlinge, sondern im Gegenteil perfekte „Schädlingsbekämpfer“ – sie jagen „Lästlinge“ wie Fliegen und Mücken als Futter für ihre Larven. Sie stehen aufgrund ihrer wichtigen biologischen Funktion unter Naturschutz. Wenn ein Zusammenleben über einen Sommer problematisch erscheint, sollten sich betroffene Haus- und Gartenbesitzer an ihre Untere Naturschutzbehörde wenden; in Oldenburg an das Hautflüglerberaternetz der Stadt Oldenburg, Umwelttelefon 0441-235-2777. "

Was tun bei einem Wespenstich?

Wespen stechen in der Regel zu, wenn sie sich bedroht fühlen.
In den meisten Fällen ist das zwar schmerzhaft, aber harmlos, sofern keine Insektengift-Allergie besteht. Betroffene sollten zuerst kontrollieren, ob der Stachel des Tieres in der Wunde verblieben ist und ihn dann gegebenenfalls vorsichtig entfernen – am besten mit einer Pinzette.
Die Einstichstelle sollte dann mit einem Kühlpad oder Eiswürfeln gekühlt werden. Das lindert zunächst den Schmerz. Gegen Juckreiz und Schwellungen helfen Gels mit sogenannten Antihistaminika.
Wenn die nicht vorhanden sind, tut es auch eine aufgeschnittene Zwiebel, die auf die Wunde gedrückt wird – ein bewährtes altes Hausmittel.



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