FRIEDBERG -

Auch beim Dachausbau muss auf Klimaregulierung geachtet werden. Eine Beschattung der Fenster ist unerlässlich.

FRIEDBERG/GMS - In sommerlichen Hitzeperioden zeigen klug geplante Häuser mit ausreichendem Sonnenschutz ihre Stärke. Denn trotz der Gluthitze draußen bleiben die Innenräume angenehm kühl: Die Bewohner können entspannen, ruhig schlafen und in vergleichsweise angenehmer Atmosphäre arbeiten. Auch Herz und Kreislauf werden geschont. Voraussetzung für einen gelungenen Wärmeschutz ist aber frühzeitige Planung beim Bau und entsprechende Materialauswahl.

„Häuser aus Mauerwerk und Beton haben im Sommer eine angenehme Raumtemperatur, weil Wände und Decken durch ihre Speicherkapazität überschüssige Wärme aus der Raumluft abziehen“, sagt Gisela Pohl von der Initiative „Massiv mein Haus“. Zudem ließen die schweren Wände hohe Temperaturen nur langsam – und stark abgeschwächt – nach innen gelangen. Dadurch erreicht sommerliche Hitze die Innenseite der Bauteile erst in den Abendstunden. Dann könne die Wärme leicht weggelüftet werden.

Vor allem in den Räumen unter dem Dach wird es im Sommer heiß. Sofern die Statik dies zulässt, sollten daher zum Dach hin schwere Materialien mit hoher Wärmespeicherfähigkeit, zum Beispiel dicke Gipskartonplatten, verarbeitet werden. Das rät die Stiftung Warentest. Auch relativ schwere Dämmstoffe wie Holzfaserplatten können den Angaben nach klimaregulierend wirken und die Erhitzung verzögern.

Wer Wohn- oder Schlafräume unter dem Dach plant, kann alternativ ein Massivdach aus Leichtbeton-, Porenbeton- oder Ziegelelementen bauen. Dank ihrer Wärmespeichermassen schützen solch schwere Dächer nach Worten von Gisela Pohl gut vor zu großen Temperaturschwankungen.

Besonders heiß kann es in Dachräumen mit großen, ungeschützten Fenstern werden. Durch sie scheint die Sonne direkter hinein als durch senkrechte Fenster. „Beim Einbau von Dachfenstern sollte deshalb darauf geachtet werden, dass außen angebrachte Rolladen oder eine Markise den Wohnraum vor Sonne schützen“, sagt Thomas Greiser vom Hersteller Velux. Auch spezielle Sonnenschutzverglasungen helfen gegen Überhitzung.

„Innen liegender Sonnenschutz – etwa durch Rollos – ist nicht so effektiv, da die Sonne schon durch das Fenster in den Raum eingedrungen ist“, erläutert der Experte. Um eine Dachwohnung kühl zu halten, sollten die Dachfenster zudem möglichst so eingebaut werden, dass ein Querlüften möglich ist.

„Sonnenschutz an den Flächenfenstern nützt aber wenig, wenn nicht auch das Dach ausreichend gedämmt ist“, ergänzt Greiser. Denn auch die Dachbedeckung speichert viel Sonnenwärme, die zum Teil nach innen hin abstrahlt. Im Zweifel sollten deshalb möglichst Produkte gewählt werden, die weniger aufheizen, empfiehlt die Stiftung Warentest. Auch in den Wohn- und Schlafräumen in den unteren Stockwerken sind vor allem die Fenster das Einfallstor für die Hitze. In besonders stark lichtdurchfluteten Räumen mit großen Glasfronten sollten daher Fenster und Terrassentür beschattet werden.

„Dafür eignen sich außen angebrachte Rollläden“, rät Gerhard Rommel vom Bundesverband „Rolladen und Sonnenschutz“. Mit ihnen lässt sich der Raum verdunkeln, und sie halten Einblicke von draußen fern. Um zu verhindern, dass sich die Terrasse aufheizt und viel Wärme ins Haus strahlt, kann eine Markise montiert werden. „Eine interessante Alternative dazu ist eine Pergola-Konstruktion, die mit Kletterpflanzen berankt ist“, sagt der Gärtner und Fachbuchautor Peter Himmelhuber aus Regensburg. Eine solche Konstruktion bringt kühlenden Naturschatten. Anders als eine Markise könne sie aber in kühleren Wetterperioden nicht eingefahren werden.