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Immobilien In Ganderkesee Wohnungsbau kennt nur eine Richtung

Ganderkesee - Der im Kampf gegen knappen Wohnraum und für bezahlbare Mieten vom Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen/Bremen (vdw) am Donnerstag in Hannover geforderte verstärkte Bau von mehrgeschossigen Mietshäusern in Neubaugebieten wird in der Gemeinde Ganderkesee längst umgesetzt. Darauf weist Ganderkesees Gemeindeentwicklungsleiter Peter Meyer hin.

Gemeinde ist vorbereitet

„Wir haben in den Bebauungsplänen für die Gebiete Brüninger Weg, Ramsauerweg, Altengraben, Schierbroker Mühlenweg und Bargup die Möglichkeit geschaffen, mehrgeschossig bauen zu können“, benennt Meyer die Anstrengungen der Gemeinde, bei ihren Baugebieten für einen Mix aus Einfamilienhäusern und mehrgeschossigen Bauten zu sorgen.

Vorschriften oder Grundsatzbeschlüsse gebe es keine. „Darüber wird im Einzelfall entschieden“, sagt er. Dass ,Hochhäuser’ nicht in alle Neubaugebiete der Landgemeinde hineinpassen würden, betont Marion Daniel, Vorsitzende der FDP-Fraktion im Rat: „Das kann ich mir in Falkenburg nicht vorstellen, zentrumsnah schon.“

Soziale Ausgewogenheit

„Aber dann nur maximal zweigeschossige Bauten mit ausgebautem Dachgeschoss“, fordert Daniel. Zudem komme es immer auch auf eine sozial ausgewogene Mischung an.

KOMMENTAR Preis des bezahlbaren Wohnens

Thorsten Konkel

„Dort, wo er hinpasst“, könne der Geschossbau eine Lösung sein, ist CDU-Fraktionschef Ralf Wessel überzeugt. Das sei in den Siedlungsschwerpunkten der Fall, nicht aber in dörflichen Bereichen. Wessel weist zugleich auf die teils bereits überlastete Infrastruktur hin. „Im Ortskern von Ganderkesee gerät der Verkehrsfluss an seine Grenzen.“

Im Ort nur nach oben

Verstärkt auf den Geschossbau setzt SPD-Fraktionschef Werner Brakmann. Große neue Baugebiete seien nicht in Sicht. Doch was die bauliche Verdichtung betreffe, gebe es im Ortskern für den Wohnbau nur eine Richtung: „Nach oben hin ist noch hinreichend Platz“, ist er überzeugt.

Wohnblocks habe seine Fraktion schon vor Jahren für die ortsnahe Lage „nördlich Neddenhüsen“ vorgeschlagen, so Brakmann, herausgekommen sei ein Viertel mit Einfamilienhäusern auf großzügigen Grundstücken.

Diese Gemengelage will Grünen-Fraktionschef Dr. Volker Schulz-Berendt vermeiden. Es gehe um den Flächenverbrauch: „Kleine Reihen- oder Doppelhäuser auf kleinen Grundstücken könnten zur bezahlbaren Eigentums- oder Miet-Alternative werden.“ Große Geschossbauten dürften nicht zu dicht beieinanderstehen, so wie auf der Köhlerwiese. Dort ist ab 2016 Ganderkesees am dichtesten mit großen Wohnblocks bebautes Quartier entstanden.

Ein reines Geschossbauviertel, wie es dort entstanden sei, habe in dieser Lage seine Berechtigung, kontert Peter Meyer: „Es gibt auch in Ganderkesee einen Bedarf für solche Wohnungen.“

Bürger enttäuscht

Neben den fehlenden Flächen hat der Lobbyverband vdw auch Bürgerinitiativen als Hemmnis für bezahlbares Wohnen ausgemacht. Ihre Einwände würden das Bauen erschweren.

In der Gemeinde will diesen Pauschalvorwurf die größte Initiative, das Bündnis von Anliegern in den nördlichen Gemeindeteilen Heide-Schönemoor und Altengraben, nicht stehen lassen: „Wir sind keine Bremser, wir wollen in Sachen Wohn- und Lebensqualität mitgestalten“, sagt Sarah Kleesiek, Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) Heide-Schönemoor. Solche Initiativen würden von den Menschen gegründet, die sich von der Politik nicht vertreten sehen würden.

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee
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