Köln/Berlin - Auch Häuser leiden unter dem Winter: Risse ziehen sich durch den Putz, Dachziegel springen. Um die vermeintlichen Kleinigkeiten sollten sich Hausbesitzer im Frühjahr kümmern – sonst verschlimmern sich die Schäden. Und die Reparatur wird teurer.
Schneebretter und große Temperaturwechsel greifen die Oberfläche des Daches an. „Sie führen zu Rissbildungen und beschädigen Anschlüsse“, erklärt Ulrike Heuberger, Sprecherin des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Dadurch können Wasser und Schmutz eindringen, der Dreck setzt sich in den Hohlräumen fest. Ein Laie entdeckt die kleinen Schäden meist erst mal nicht. Gerade bei ausgebauten Dachgeschossen dauere es oft Monate, bis durchsickerndes Wasser Spuren hinterlässt.
Mit der Zeit könnten aber selbst solche kleine Verletzungen des Daches zu immensen Folgeschäden führen, sagt Heuberger. Gibt es etwa Spätfröste, was bis Mitte Mai möglich ist, könne das eingedrungene Wasser gefrieren und Teile des Daches regelrecht aufbrechen. Bei warmer Witterung lasse die Feuchtigkeit die Baustoffe faulen oder es bilde sich Schimmel. Heuberger rät, einen Dachdecker zur Kontrolle zu rufen.
„Wer ein Flachdach hat, sollte überprüfen, ob alle Abflüsse frei sind“, sagt Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund. Regenrinnen sollten im Frühling von Laub und Schmutz befreit werden. Sonst könne Regenwasser überlaufen und die Fassade durchfeuchten. Oder es dringe in den Keller ein.
Selbst kleine Risse im Putz sind Alarmzeichen für den Hausbesitzer: „Denn auf Dauer können aus solchen Frostbeulen gravierende Schäden entstehen“, warnt Architekt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung. Wasser kann in den Putz einziehen und ihn bei Nacht- oder Spätfrost aufsprengen. Risse, abbröckelnder Putz und abgeplatzte Farbe an der Fassade sollten Hausbesitzer auf jeden Fall schnell instand setzen. Nicht direkt erkennbare hohle Stellen lassen sich durch leichtes Abklopfen der Wand finden, erläutert Zink.
Er rät Hausbesitzern, für diese Reparaturen Spezialisten hinzuzuziehen. Denn sie sollten nicht nur den Umfang der Schäden, sondern auch die Ursache feststellen. „Es muss auch überprüft werden, ob dauerelastische Dehnungsfugen an Fenstern oder Mauerübergängen noch in Ordnung sind“, sagt Zink. „Haben sich Silikondichtungen bei Kälte aus den Fugen gelöst, sollten die Stellen ausgebessert werden.“
