Oldenburg - Versteckt unter dem Dach der Hollywoodschaukel küssten sich einst heimlich die Pärchen. Als Rückzugsort erlebt sie heute ein Comeback.
Die Hollywoodschaukel spreche die natürlichen Bedürfnisse des Menschen an, erklärt Katharina Semling, Wohnexpertin aus Oldenburg. „Man will sich hineinsetzen, schaukeln, sich einkuscheln, sich darin verstecken.“ „Schaukeln beruhigt den Menschen“, sagt Gabriela Kaiser, Trendanalystin aus Weißdorf.
Semling ergänzt: „Manche Hollywoodschaukeln sehen auch aus wie kleine Höhlen.“ Und sie heißen so: Das rundlich wirkende Modell „Cave“ von Loom hat ein geschlossenes Dach aus einem Polyrattan-Geflecht, das auch ein wenig die Seiten verschließt. Das „Swing Bed“ von Garpa ist ein schwebendes Sofa, das in einer Art schützendem Pavillon baumelt. Dessen Seitenverkleidungen und das Sonnendach können auf- und zugeschoben werden. Hier ist man geborgen bei Wind und Wetter.
Die neuen Hollywoodschaukeln gehören auf jeden Fall zu den luxuriösen Gartenmöbeln, meint Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Die neuen Entwürfe sind echte Hingucker. Das Modell „Swing“ von Jochen Schmiddem mit zwei gegenüberliegenden Rückenstützen ist eine Mischung aus Doppelsitzer und Bett. Laut Hersteller soll es im Winter auch im Wohnzimmer stehen können. Mehr an eine Schaukel für Kinder erinnert das Modell „Swing“ von Viteo. Zwei Metallstangen halten die schlichte Bank aus Teakholz-Latten.
Andere Modelle hingegen greifen gerade auf das Design der Vorbilder zurück: Wie aus einem alten Hollywoodstreifen wirken die Modelle „Casanova“ von Loom und „Landò“ von Emu. Beide haben weiße Polster und klassische Dächer. „Casanova“ wirkt jedoch eleganter als die Möbel von einst – dank pulverbeschichtetem Schmiedeeisen in Graphitgrau. Und „Landò“ hat wie viele Neuerscheinungen praktische Funktionen: An der Schaukel kann ein Zeitschriftenhalter befestigt werden.
