Augsburg/Berlin - Die Ernüchterung kommt auf der Bank: Die Kosten für das Wunschhaus und der mögliche Finanzrahmen passen nicht zueinander. Wer seinen Traum von den eigenen vier Wänden nicht beerdigen will, muss billiger bauen. „Dies ist durch kluge Planung ohne Qualitätsverlust leicht möglich“, verspricht der Architekt und Fachbuchautor Thomas Drexel aus Augsburg.
Das Sparen beginnt beim Grundstück. Entscheidet sich der Bauherr für ein Grundstück mit 600 statt 800 Quadratmetern, kann er laut Bausparkasse Schwäbisch Hall abhängig vom Quadratmeterpreis bis zu 30 000 Euro sparen. Auch auf ein kleines Grundstück mit 400 Quadratmetern kann ein Wohnhaus gut passen. „Bauherren sollten sich jedoch vorher den Bebauungsplan genau anschauen“, rät Drexel. Darin könne die Stadt einen Mindestabstand des Gebäudes zur Grundstücksgrenze vorschreiben und auch die Zahl der zugelassenen Stockwerke. Im schlimmsten Fall lasse sich das Wunschhaus nur mit großem finanziellen Mehraufwand auf einem kleinen Grundstück realisieren.
Stimmen muss die Umgebung. „Ein noch so preisgünstiges Grundstück ist an einer befahrenen Straße nicht unbedingt erste Wahl“, findet Drexel. Auch sollten Bauherren die Entscheidung, wegen eines großen, aber preiswerten Grundstücks aufs Land zu ziehen, gut abwägen. Die Infrastruktur dort könne unzureichend und die Fahrt zur Arbeit zu lang – und teuer – sein. Solche Faktoren sollten die Bauherren langfristig berechnen.
Die Kosten lassen sich auch am Haus selbst kappen. Die vielleicht wichtigste Regel beim Bauen mit kleinem Budget lautet: Nur so groß bauen, wie der Bedarf ist. „Das hört sich einfach und zwingend an, wird aber in sicherlich mehr als 90 Prozent der errichteten Wohnhäuser missachtet“, sagt Drexel. Die Kosten sinken, wenn schon auf kleine Vor- und Rücksprünge wie Erker und Nischen verzichtet werde. Die kleinere Wohnfläche senke außerdem die Betriebskosten.
„Wer auf den Keller verzichtet, spart den Gegenwert eines Mittelklassewagens“, sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB). Für die Haustechnik wie Wärmepumpe oder Gasheizung brauche man diesen nicht. Dafür reiche ein kleiner Raum, eventuell unter dem Dach. Aber die Entscheidung gegen einen Keller lässt sich nicht mehr revidieren.
Auch ebenerdige Räume, die als Kellerersatz Waschmaschine, Trockner, Heizung und Gartenmöbel beherbergen sollen, brauchen zusätzliche Grundfläche, sagt Reiner Pohl von der Initiative „Pro Keller“. Und diese koste ebenfalls Geld. „Die Mehrkosten für einen Keller liegen bei circa 300 Euro pro Quadratmeter.“
