MAINZ -
Viele Singles verfügen nur über knappen Wohnraum. Schlafen, Wohnen und Essen müssen geschickt angeordnet werden.
MAINZ/GMS - Immer mehr Menschen in Deutschland leben in ihrer Wohnung allein. Zumindest in der Werbung sieht das sehr schick aus: Großzügige Räume, mit ausgewählten Designer-Möbeln gestaltet, bevorzugt in hellen Tönen. Die Realität hat damit jedoch meist nicht viel zu tun. Viele Singles müssen mit dem knappen Raum in ihrer Ein- bis Zwei-Zimmerwohnung auskommen.„Single im soziologischen Sinne ist eine Person im Alter zwischen 25 und 55 Jahren, die wirtschaftlich unabhängig ist, in einem Einpersonenhaushalt lebt, keinen festen Partner hat und für längere Zeit alleine bleiben will“, sagt Professor Stefan Hradil vom Institut für Soziologie der Universität Mainz. Er schätzt den Anteil der „Überzeugungs-Singles“ auf drei bis fünf Prozent der Gesamtbevölkerung.
Echte Singles seien überdurchschnittlich erfolgreich und konsumorientiert. „Ihren unabhängigen Lebensstil dokumentieren sie häufig mit vielen Quadratmetern und Altbauwohnungen mit 3,80 Meter hohen Decken.“ Bei anderen Alleinstehenden ist dies anders. Geschiedene, Verwitwete oder auch junge Leute, die gerade bei den Eltern ausgezogen sind, müssen oft mit wenigen Quadratmetern auskommen. Eine kleine Wohnung für eine Person funktional perfekt einzurichten, ist verhältnismäßig schwer. Denn alle Grundbedürfnisse wie Schlafen, Wohnen und Essen müssen auf geringem Platz möglich sein.
„Junge Menschen verwirklichen bei der Einrichtung ihrer Wohnung oft unkonventielle Wohnvorstellungen und bevorzugen bunte, knallige Farben“, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Ältere dagegen seien in der Regel schon komplett eingerichtet. Beim Möbelkauf setzen sie auf Produkte mit Komfort.
In Schlafzimmern von Menschen, die ihren Partner verloren haben, bietet sich der Austausch des Doppelbettes an. „Empfehlenswert sind Betten mit einem Komfortmaß von 140 oder 160 Zentimeter Breite“, sagt Sabine Nold von Ikea Deutschland. Die Betten sollten möglichst einen elektrisch verstellbaren Rahmen haben.So könne im Bett bequem gelesen oder fern gesehen werden.
Klassiker im Einzimmer-Apartment, das für ein Sofa und ein Bett zu klein ist, ist das Schlafsofa. „Bettcouchen sind aber immer ein Kompromiss zwischen optimalem Liege- und Sitzkomfort“, warnt Doris Haselmann, Möbelexpertin aus Nürnberg. Wenn darauf dauerhaft geschlafen werden soll, muss auf die Qualität des Lattenrosts und der Auflagen geachtet werden – sonst drohen Rückenprobleme.
Allein lebende Geschiedene haben in ihrer Wohnung oft Besuch von ihren Kindern. „Bei einer solchen Lebenssituation kann in einem Raum ein Arbeits- und Kinderzimmer eingerichtet werden“, schlägt Nold vor.
Der Computerarbeitsplatz lasse sich in einem speziellen Computerschrank verstecken. Als Schlafgelegenheit eigne sich eine Bettcouch. Auch Stauraum für Spielzeug, das immer in der Wohnung bleibt, sollte vorhanden sein.
Ebenfalls eingeplant werden muss ein Essplatz. Erste Wahl ist ein ausziehbarer oder ausklappbarer Tisch.An einem solchen Tisch kann im Alltag bequem allein gegessen werden.
Ausgezogen bietet er mehreren Gästen Platz. Als Sitzgelegenheit bieten sich Klappstühle an, die sich leicht verstauen lassen.
