München - Besonders an Außenecken oder an Eckfenstern siedeln sich die Schimmelpilze gern an. Aber auch kühle Außenwände sind gefährdet – vor allem dort, wo wenig Luft zirkuliert, wie hinter Schränken und Regalen.

Kleinere oberflächliche Schäden können zwar in Eigenregie entfernt werden. Aber meist reicht das nicht aus. „Ist der Schimmel erst einmal im Haus, lässt er sich mit einfachen Mitteln kaum beseitigen“, sagt Alexander Lyssoudis von der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Denn die Pilze setzen sich in die Oberschicht des Wandputzes. Und meist muss daher der Putz an den betroffenen Stellen entfernt werden. „Es reicht nicht, die Symptome zu behandeln, man muss an die Ursache des Schimmels heran“, erläutert Lyssoudis. „Wenn diese beseitigt ist und keine Nässe mehr an den befallenen Stellen auftritt, können auch handelsübliche Schimmelbeseitigungsmittel eingesetzt werden.“

Wird die Ursache des Schimmelbefalls nicht beseitigt, müssen notgedrungen schwerere Geschütze aufgefahren werden. Wo neuer Befall droht, zum Beispiel wegen Baumängeln wie Wärmebrücken, können Anti-Schimmel-Farben oder -Farbzusätze helfen. „Die wirksamsten Mittel arbeiten mit der Substanz Octylisothiazolinon, zum Teil kombiniert mit anderen Bioziden“, erläutert Michael Koswig von der Stiftung Warentest. Bei der Arbeit muss der Raum gut belüftet werden. Gummihandschuhe und Atemschutzmaske sind Pflicht. „Soll zum Beispiel eine befallene Tapete entfernt werden, müssen zuerst die Pilze mit den Anti-Schimmelmitteln abgetötet werden“, erklärt Koswig. Ausdrücklich warnt er vor hypochlorithaltigen Mitteln. Sie belasten die Atemwege. Auch Essig sei, anders als angenommen, ungeeignet zur Bekämpfung. Befallene Materialien müssen gründlich gereinigt werden. Ist das nicht möglich, zum Beispiel wenn die Sporen in Polstermöbel eingedrungen sind, sollten die Möbel sicherheitshalber entsorgt werden.

Aber oft ist der Schimmel gar nicht zu sehen. Er kann sich hinter Wandverkleidungen und Tapeten, unter dem Laminat oder in Dämmstoffen verbergen. Ein modriger Geruch, klamme Wäsche in den Schränken oder auch gesundheitliche Probleme der Bewohner sind Indizien. Ein Alarmsignal ist auch Kondenswasser an den Fensterrahmen. „80 Prozent der Schimmelschäden sind versteckt“, schätzt Christian Tegeder, Sachverständiger für Schimmelschäden. Mit Schimmelmitteln ist solchen verdeckten Schäden nicht beizukommen: „Bei Schimmelflächen ab einem halben Quadratmeter müssen Fachleute ran.“