Bonn - Im Badezimmer entsteht viel Dampf. Damit sich kein Schimmel bildet, muss viel gelüftet werden, rät Birgit Holfert, Energieexpertin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Das Fenster sollte fünf bis zehn Minuten komplett geöffnet sein, die Tür geschlossen.

Warme Luft nimmt Feuchtigkeit besser auf als kalte. Wenn es draußen kühl ist, sollte im Bad zwischen dem Lüften auch geheizt werden. Und der Heizkörper sollte nicht durch Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen abgedeckt sein. Die Frischluft muss gut an alle feuchten Stellen kommen.

Die optimale Temperatur im Badezimmer liegt zwischen 21 und 23 Grad. Die Luftfeuchtigkeit sollte 60 Prozent auf Dauer nicht überschreiten. Daneben bleibt der Raum am besten möglichst trocken und sauber. Das bedeutet: Nach dem Duschen oder Baden stoßlüften, Duschvorhänge ausbreiten, Trennwände abziehen und den Wannenrand abtrocknen.

Kleine Schimmelflecken entfernen Bewohner mit 70-prozentigem Alkohol aus der Apotheke. Bei großflächigem oder wiederkehrendem Befall sollten sie jedoch die Meinung eines Experten einholen, rät Holfert.

Den Spritzwasserbereich sollten glatte und wasserresistente Oberflächen umgeben. Das können neben den üblichen Kacheln auch Granitoberflächen sein, erklärt Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). In kleinen oder fensterlosen Badezimmern helfe unter Umständen eine Dampfsperrfolie. Diese wird zwischen Wand und Fliesen eingebaut und verhindert, dass Feuchtigkeit in die Wand kommt und es dort schimmelt.

Nicht sinnvoll ist es, ein Bad komplett zu fliesen. Vielmehr nimmt beispielsweise Kalkputz an Wänden ohne hohe Spritzwasserbelastung und unterhalb der Decke Feuchtigkeit aus der Luft auf. Das führt dazu, dass sich weniger Wassertropfen an allen anderen Oberflächen absetzen, das Schimmelrisiko in Nischen und Ecken sinkt damit. Der Putz hingegen trocknet nach einiger Zeit wieder. Auch offenporiges Holz in Form von Möbeln oder Deckenplatten kann als Zwischenspeicher für Flüssigkeit fungieren.