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NWZonline.de Ratgeber Wohnen & Leben

Serie: Planung auf Energiekonzept gründen

26.06.2010

LEER „Mit den gestiegenen Anforderungen an die Energieeffizienz hat sich auch die Aufgabe des Architekten erweitert um die des Energiemanagers“, sagt Eerke-Ivo Bruns. Der Architekt aus Leer ist Mitglied der Vertreterversammlung der Architektenkammer Niedersachsen und gehört der Jury zum diesjährigen Tag der Architektur an. „Seit die Kosten für den Energieeinkauf steigen, ist klar, dass ich Geld verpulvere, wenn ich den Verbrauch nicht eindämme“, erklärt Bruns.

Dennoch sieht er als oberste Prämisse für die Planung eines Hauses, „dass es Spaß machen muss, darin zu wohnen“. Wenngleich ein Passivhaus das Optimum an Sparsamkeit darstelle, sei es aber nicht jedermanns Sache, in einem solchen Haus zu leben, „weil ganz viel reglementiert ist – beispielsweise das Öffnen von Fenstern und Türen“. Ziel des Architekten sollte es vielmehr sein, „auf die Bedürfnisse der Bauherren zugeschnitten das Mögliche zu tun, um den gewünschten Wohnkomfort zu erreichen“.

Im Neubaubereich mache das Energieeinsparungsgesetz klare Vorgaben, was etwa die Mindestanforderungen an Dämmstärken für Wände und Dächer oder die Qualität der Fenster angehe. Bauherren müssten entscheiden, ob sie diese Standards nur erfüllen oder noch darüber hinausgehen wollen: „Alles, was ich in die Gebäudehülle investiere, ist ein Gewinn“, meint Eerke-Ivo Bruns. Höhere Aufwendungen für Material würden später schnell durch einen geringeren Energieverbrauch wieder eingespart.

Ein Energiekonzept sollte deshalb laut Bruns die Basis der Planung bilden: Beim Altbau stehe zu Beginn die Bestandsaufnahme, was das Gebäude leistet und was nicht, um es dann zu optimieren. Beim Neubau gehe es um die klimagerechte Gebäudeentwicklung, wozu beispielsweise die Ausrichtung des Hauses auf dem Grundstück ebenso gehöre wie die Größe der Fensterflächen, die Beschaffenheit der Außenhaut und die Wahl der technischen Komponenten für Heizung, Lüftung und Wasserverbrauch. Sinnvoll aber nicht zwingend sei die Nutzung der Sonnenenergie durch Solarthermie oder Photovoltaik.

„Die Anzahl der Stellschrauben hat sich wahnsinnig erweitert“, erklärt Bruns. „Nur wenn das ganze Gefüge zusammen funktioniert, ist das Haus wirklich energieeffizient.“ Als Beispiel nennt der Architekt die Luftdichtigkeit: „Nur eine winzige Öffnung kann dazu führen, dass es zu wahnsinnigen Verlusten und schließlich sogar zu Schäden am Gebäude kommt.“ Und selbst wenn solche Defizite die Bewohner nicht stören würden – spätestens beim Verkauf müssten sie auf diese Mängel hinweisen.

Unverzichtbar sei deshalb nach der Auswahl geeigneter Handwerksbetriebe eine kontinuierliche Überwachung, damit der Stand der Technik auch in der Bauausführung umgesetzt werde. „Ich muss wirklich täglich auf der Baustelle sein“, sagt Bruns. Bauherren, die nicht mit einem Architekten bauen, seien deshalb gut beraten, für die Baubegleitung fachlichen Beistand von einem Sachverständigen einzuholen.

Bei der optischen Gestaltung eines Gebäudes seien dem Architekten durch die gestiegenen Anforderungen an Klimaschutz und Energieeffizienz die Hände jedoch nicht gebunden: „Ich kann all das umsetzen, was ich vorher auch umgesetzt habe“, meint Eerke-Ivo Bruns. Im Gegensatz zu den „Ökohäusern“ der ersten Stunde müsse man heute einem Gebäude nicht unbedingt ansehen, dass es hoch energieeffizient ist. Vielmehr sollte es so gestaltet werden, „dass sich die Bewohner in der Architektur wiederfinden“. Große Fensterflächen nach Süden beispielsweise, die viel Licht und Wärme ins Haus lassen, seien zwar unter dem Aspekt der Energieeffizienz sinnvoll: „Aber es muss im Sommer auch für eine ausreichende Beschattung gesorgt sein.“

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