Berlin/Bad Honnef - Ein Gebäude, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht, ist keine Zukunftsvision: Sowohl beim Neubau als auch durch Renovierung haben Architekten erste Häuser mit hohem Energiepotenzial realisiert.
„Wer ein Haus baut, sollte für die Zukunft planen und die gesetzlichen Vorgaben unterschreiten“, rät Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur. In Zeiten steigender Kosten für Energie und drohender Klimakatastrophen können mit dem Bau oder Umbau energieoptimierter Häuser die Ausgaben für Strom, Heizung und Warmwasser umweltgerecht minimiert werden. Die Konzepte für Energiesparhäuser wurden immer ehrgeiziger. Durch intensive Forschung wurde das Niedrigenergiehaus-Konzept zu den Effizienzhäusern 70, 55 und 40, schließlich zum Passivhaus und zum Null- und Plusenergiehaus fortentwickelt. Beim Null- oder Plusenergiehaus kommt noch die Stromproduktion, meist durch Photovoltaik, hinzu.
Entspricht rechnerisch die produzierte Strommenge der Verbrauchsmenge des Hauses, handelt es sich um ein Nullenergiehaus. Wird mehr Energie erzeugt, spreche man von einem Plusenergiehaus. Mit der überschüssigen Energie kann beispielsweise ein Elektroauto aufgetankt werden. Gebäude, die darüber hinaus keine externe Energie beziehen, werden als energieautark bezeichnet.
„Plusenergiehäuser – auch Effizienzhäuser Plus genannt – werden inzwischen bei Fertighausherstellern stark nachgefragt“, sagt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau. In der „Fertighauswelt Köln“, einer Musterhaus-Ausstellung, können sechs Plushäuser verschiedener Anbieter besichtigt werden. Auch das Bundesbauministerium hat ein Effizienzhaus Plus in der Fasanenstraße in Berlin als Musterhaus aufgebaut .
