Berlin - Zu heiß, zu leer, zu kurz – so lassen sich die größten Sünden beim Wäschewaschen zusammenfassen. Wer alte Gewohnheiten ablegt, kann bei der Wäsche viel sparen:

 Je niedriger die Temperatur, desto preiswerter der Waschgang. „Mit den modernen Waschmitteln wird die Wäsche auch dann sauber, wenn sie nicht bei 60 oder 90 Grad gewaschen wird“, erklärt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. Bleichmittel auf Sauerstoffbasis sorgen auch bei niedrigen Temperaturen für gute Ergebnisse. Einige sind schon ab 20 Grad aktiv, die meisten wirken ab 30 Grad gut und bei 40 Grad sehr gut. Allerdings sollte die Maschine mindestens einmal im Monat mit 60 Grad laufen, um eventuelle Bakterien abzutöten.

Die Regel lässt sich erweitern: Immer einen Tick kälter waschen. „Auch wenn auf dem Etikett steht, dass das Teil bei 40 Grad gewaschen werden soll, verträgt es durchaus niedrigere Temperaturen“, erklärt Claudia Oberascher, Projektleiterin der Initiative Hausgeräte+.

 Je länger, desto günstiger: „Eine Kurzwäsche braucht mehr Energie als eine Wäsche im Öko-Programm“, erklärt Oberascher. Denn die Maschine muss das Wasser in kürzester Zeit erhitzen, damit noch Zeit für den eigentlichen Waschvorgang bleibt. Ein Sparprogramm dauert allerdings schon mal drei Stunden und länger.

 Je voller, desto besser: „Diese Regel gilt für robustere Textilien wie Handtücher, Bettwäsche, Hosen oder T-Shirts“, sagt Glassl. Empfindlichere Stücke brauchen Platz. Für sie gibt es spezielle Programme mit geringerer Füllmenge.

 Nicht beim Waschmittel sparen: „Ein gutes Waschergebnis ist immer ein Zusammenspiel von Füllmenge, Waschmittel und dem gewählten Programm“, sagt Glassl. Auf den Verpackungen stehen daher Dosiervorgaben. „Aber Achtung: Sie beziehen sich noch auf Waschmaschinen mit einer Füllmenge von 4,5 Kilogramm, wie sie früher üblich waren“, betont Glassl. „Wer eine Maschine mit 6, 8 oder mehr Kilogramm hat, muss umrechnen. Auf den meisten Verpackungen sind diese Angaben aber inzwischen auch enthalten.“ Oberascher empfiehlt, die Wasserhärte zu berücksichtigen: „Hartes Wasser braucht viel mehr Waschmittel.“

Richtiges Sortieren nach Temperatur und Farbe verlängert die Lebensdauer der Textilien. Eine dunkle Socke im hellen Feinwaschgang kann die ganze Charge ruinieren. Auch ein falsches Waschmittel setzt empfindlichen Stücken zu.

 Möglichst nicht von Hand waschen. Einen Angora-Pulli im Waschbecken durchspülen ist nicht mehr nötig. „Die Handwaschprogramme der Waschmaschinen arbeiten viel schonender als eine falsch ausgeführte Handwäsche“, erklärt Glassl.