STUTTGART - STUTTGART/GMS - Längst ist das Bad mehr als eine Nasszelle: Größe und Zuschnitt des Raumes setzen zwar Grenzen, aber durch das geschickte Zusammenspiel von Sanitärobjekten, Schränken und Ablagen, Spiegeln und Licht, Wandverkleidung und Bodenbelag lässt sich einiges machen.

Für die Wahl des Waschtisches sind die persönlichen Bedürfnisse entscheidend. Für eine Familie etwa ist ein Doppelwaschtisch zwar ideal, aber durchaus nicht überall machbar. „Dann ist es eine Überlegung wert, einen Einzelwaschtisch mit zwei Batterien an möglichst weit voneinander entfernten Punkten auszustatten“, rät Harald Schnur, freier Innenarchitekt aus Stuttgart. „Allerdings ist eine Breite von 75 Zentimetern die Untergrenze, damit sich zwei Personen gleichzeitig waschen können.“

Dann stellt sich die Frage des Designs: Seit Jahren sind trogförmige Aufsatzwaschbecken sehr gefragt. „Daneben werden verstärkt wieder klassische Waschbecken angeboten. Hier spielen rechteckige, häufig auch flache Formen die Hauptrolle“, erläutert Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft.

Ob eine Dusche oder Badewanne eingebaut werden soll, ist ebenfalls eine Frage der Nutzung und des Platzes. „Insgesamt steht für immer mehr Bewohner die altersgerechte Ausstattung im Vordergrund: Das Optimum unter diesem Gesichtspunkt ist eine Dusche ohne Absatz“, erklärt Wischmann.

Selbst erklärte Badefans benötigen für den Alltag auch eine Duschmöglichkeit. Im großen Bad kann beides getrennt werden. Im kleinen Raum wird der Duschbereich in die Badewanne integriert. Eine interessante Lösung sind Wannen, deren Breite im Duschbereich erweitert ist. „Mit wenig Aufwand lässt sich in einem vorhandenen Bad eine Duschabtrennung einbauen. Derzeit ist Echtglas das Material schlechthin: Es wirkt sehr edel, macht den Raum größer und heller“, sagt Architekt Schnur. Die Platz sparendste Variante sind Falttüren. Hier gilt es, auf hochwertige Beschläge zu achten. Auf einer Wanne mit integriertem Duschbereich kann ebenfalls ein Spritzschutz aus Glas zum Einsatz kommen. Ideal sind hier aufklappbare Modelle.

Stauraum ist in vielen Bädern Mangelware. Nur Dinge, die ständig gebraucht werden, gehören auf eine Konsole oder eine Ablage. Wer weder den Platz für einen frei stehenden Schrank, ein Sideboard oder eine Systemwand noch eine Nische für Einbauten hat, kommt um einen Unterbauschrank kaum herum. Glastüren sorgen für eine filigrane Wirkung.