Köln - Hochbetten verlagern die Schlaffläche in die Höhe. Unter ihnen findet der Schreibtisch Platz oder eine Spielhöhle. Dabei muss die Sicherheit gewährleistet sein.
Ein Bett, das den Sicherheitsnormen entspricht, bietet nicht nur dem eigenen Kind Schutz. Die Eltern schaffen damit auch Rechtssicherheit: „Problematisch wird es, wenn die Freunde der Kinder zum Spielen kommen und durch die Betten toben“, erklärt Jörg Schriever, Beauftragter des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte für Unfälle bei Kindern. „Bei unsachgemäßer Aufstellung sind dann die Eltern für Schäden haftbar.“ Schriever empfiehlt wegen der Unfallgefahr auch, kein Hochbett für Kinder im Vorschulalter anzuschaffen. Gänzlich ungeeignet sei das Möbel für Kinder im Alter von unter drei Jahren.
Katja Runge, Gründerin des Internetportals Afilii für kindgerechte Einrichtung, rät, darauf zu achten, dass das Hochbett aus einheimischen Hölzern gefertigt ist.
Eltern haben aber nicht nur Sicherheitsbedenken. „Ich finde die meisten Hochbetten nicht schön“, sagt Runge, die Mutter einer fünfjährigen Tochter ist. Die Expertin für Design von Kindermöbeln sieht vor allem die Nutzung des Hochbetts als Spielplatz mit einem Kletterpark aus Seilen oder einer Rutsche kritisch: „Ich finde Kinder sollten rausgehen zum Spielen und sich dort austoben. Man muss das nicht alles nach drinnen verlagern.“ Das Bett soll kein Event-Parcours sein, sondern ein Ort der Ruhe und Geborgenheit, wo die Kinder in den Schlaf finden.
Außerdem wirken in den Augen der Einrichtungsexpertin die mit Spielangeboten überladenen Produkte vor allem in Stadtwohnungen, wo das Raumangebot begrenzt ist, zu monströs. Sie rät zu eher schlicht gestalteten Betten, die sich in der Raumwirkung zurücknehmen.
Ein Hochbett verändert sehr stark den Raum und bedarf deshalb einer durchdachten Gestaltung. Andreas Wilhelm aus Berlin baut Hochbetten nach Maß: „Ich habe noch kein Fertighochbett gesehen, das gut in den Raum passt“, erklärt er. „Mich stört es, wenn ein Bett mit vier Pfosten einfach im Raum steht und dort wie ein Möbelstück wirkt.“ Im Idealfall reicht ein Hochbett von Wand zu Wand, empfiehlt Wilhelm.
