Darmstadt/Aachen - Wer eine Wärmedämmung plant, steht vor der Materialfrage. Es werden drei Hauptgruppen unterschieden: erstens: mineralische Stoffe wie Glas- oder Steinwolle, zweitens: Polyurethan und Polystyrol, besser bekannt als Styropor, und drittens: Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf, Baumwolle oder Zellulose.

Der Verbraucher treffe seine Wahl meist aufgrund der Kosten, sagt Werner Eicke-Hennig vom Institut Wohnen und Umwelt. Ein anderes Kriterium ist die Wärmeleitzahl. Hier gelte: „Je niedriger, desto besser die Dämmeigenschaft“, erläutert Energieberaterin Maria Feldhaus von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Polystyrol mit einer Standardwärmeleitzahl von 0,35 ist zwar preislich günstig, kann aber im Keller und unter dem Dach Platz kosten. Denn die Dicke des Dämmstoffs entscheidet mit über den U-Wert – er gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil geht. Beim U-Wert gilt nach Auskunft von Feldhaus ebenfalls der Grundsatz: Niedriger ist besser. Und für das Material gilt: Dünner ist teurer.

Polyurethan (PU) bietet eine größere Auswahl an Wärmeleitzahlen als Polystyrol. Zudem hält PU mehr Druck aus und ist feuchtebeständiger, was bei der Dämmung der Kelleraußenwand eine Rolle spielen kann.

Die Hauswand ist das zweite große Einsatzgebiet des weißen Hartschaums Polystyrol. Hier kommen dicke Platten auf das Mauerwerk. Zur Dämmung des Speichers eignen sich Verbundplatten aus einer Polystyrolschicht und einer begehbaren Oberfläche aus Spanplatten. Allerdings schützt Polystyrol kaum vor sommerlicher Hitze.

Platzsparend ist das Ausblasen von Hohlräumen mit Styroporkörnchen, deren Graphitummantelung für eine gute Wärmeleitzahl sorgt. Das Einblasen sollten Fachfirmen übernehmen, rät Feldhaus.

Steinwolle ist ein Klassiker an der Außenwand. Experten sollten die notwendige Dicke des Materials bestimmen, meint Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert der Einbau zwischen Dachbalken. Um dort Feuchtigkeitsproblemen vorzubeugen, empfiehlt Feldhaus den Einbau einer Luftdichtungsbahn.

Nachwachsende Rohstoffe kommen meist unter dem Dach zum Einsatz. Zellulose wird in Hohlräume zwischen den Dachsparren geblasen, auch weicher Hanf und Schaf- oder Baumwolle füllen diesen Platz gut auf. Für die Hauswand bietet der Handel Eicke-Hennig zufolge wieder Korkdämmplatten an, die einige Zeit vergessen wurden. Sie bedienen allerdings das hochpreisige Segment. Insgesamt gilt: Wer Öko wählt, greift tiefer in die Tasche.