Das Möbelstück 2013 hat runde Kanten und geschwungene Linien, ist aus Naturmaterial und nachhaltiger Produktion. Das sind die Trends der Möbelmesse in Köln.
Um diesen Artikel zu lesen, schließen Sie eines unserer Angebote ab oder loggen sich als Abonnent ein. Alle Inhalte auf NWZonline und in der NWZ-Nachrichten-App stehen Ihnen dann uneingeschränkt zur Verfügung.
Köln -
„Die Möbelbranche entdeckt ihre weibliche Seite.“ Das sagt Markus Majerus von der Kölnmesse, die in dieser Woche die Internationale Möbelmesse IMM Cologne veranstaltet. „Wenn sich die Menschen Sorgen machen, ist ,Cocooning’ oder auch ,Homing’ ein großer Trend“, sagt Majerus. Das bedeutet: Sie igeln sich zu Hause ein und machen es sich mit gemütlich und möglichst natürlich wirkenden Möbeln schön.
Das Wohnzimmer wird zunehmend privater Rückzugsort, so Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Mit Freunden sitze man in der Küche. Gefragt seien intelligente Funktionsmöbel. Statt der Schrankwand könnten Highboards, Lowboards und Vitrinen individuell zusammengestellt werden. Statt klassischer Sofas punkte die L-förmige Wohnlandschaft. Folgende Trends nennt Geismann für 2013:
Natur: Das Thema findet seinen Niederschlag sowohl in der Auswahl des Materials für Möbel als auch in Dekorationen und Accessoires. Natürlich, naturbelassen, authentisch, ehrlich sind Schlagworte der Zeit. Die Zunahme an natürlichen Materialien zeigt sich bei Echtholzmöbeln, furnierten Möbeln, bei Leder, Wollfilz und Tierfell als Bezugsstoff. Glas wird gegenüber Kunststoff als Frontscheibe bevorzugt. Sägerauhe und matte Oberflächen liegen im Trend.
Polster: „Die Kasten sind weg“, sagt Geismann. Sofas zeigen abgerundete, weiche Ecken und Kanten. Sie sind kleiner als in früheren Jahren und so konstruiert, dass sie frei im Raum stehen können. Was bleibt, sind Funktionen wie das Umklappen.
Farben: „Der Wunsch nach knalligen Farbtönen hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht“, meint Ursula Geismann. So würden in der kommenden Saison starke Unis erwartet. Blau sei der Newcomer – Dunkelblau löst Violett ab. Zugleich sieht man häufiger pastellige, also abgeschwächte Farben – ein Zitronen- statt eines Sonnengelbs, ein Himmel- statt eines Kobaltblaus. Auf dem Rückzug sei dagegen die Farbe Weiß, die viele Jahre bei Möbeln dominiert hat. Abgelöst wird sie von Grau, das viele Abstufungen haben könne und weicher und wärmer wirke.
Muster: Mit feinen Streifen, Zacken, floral, abstrakt und geometrisch kommen Muster in die Polsterbezugsstoffe. Ornamentmuster nehmen zu. „Bei allen Stoffen spielt eine angenehme Haptik die herausragende Rolle“, erklärt Geismann. „Es wird gefühlt, gestreichelt und angeschmiegt.“
Holz: „Eiche, mit all ihren Varianten, wohin das Auge blickt“, beschreibt Geismann den Trend. Eiche gelte unter den Laubhölzern als eines der wertigsten und beliebtesten. Seine Stellung behalte Nussbaum, der stets elegant wirke. Insgesamt werde die Verwendung heimischen Holzes den Käufern wichtiger. Sehr beliebt sei die Kombination mit Lack und echtem Holz. „Holzmöbel stehen auch für Beständigkeit“, sagt Trendanalystin Gabriela Kaiser. „Es muss also Design sein, das Spaß macht, und Qualität, die ich lange genießen kann.“