Berne - Zur Jagd auf Rabenkrähen, Tauben und Nilgänse bliesen jetzt die Mitglieder des Hegerings Stedingen. Zweimal jährlich treffen sie sich, um nach der Schonzeit revierübergreifenden auf Krähenjagd zu gehen.
Lange vor Sonnenaufgang hatten die Jäger an verschiedenen Stellen Lockbilder mit künstlichen Krähen ausgelegt und sich noch im Schutze der Dunkelheit auf die Lauer gelegt. Das windige, bedeckte Wetter bot für die Jagd optimale Voraussetzungen.
„Vor rund 30 Jahren waren Nilgänse in den Jagdrevieren des Stedinger Hegerings noch eine Seltenheit. Heute haben sich viele dauerhaft angesiedelt“, erklärte Friedhelm Laabs, der als passionierter Jäger und Naturschützer ganz genau die Schattenseiten kennt, die diese asiatischen Einwanderer mit sich bringen und damit den Grund für die Jagd. „Nicht nur für landwirtschaftliche Flächen stellen die überaus schlauen Nilgänse ein Problem dar, sie sind zudem auch sehr aggressiv. Immer wieder verscheuchen sie Bodenbrüter von ihren Gelegen. Wir haben sogar schon beobachtet, wie schwimmende Nilgänse Entenküken ertränkten“, schildert der Hundeobmann des Hegerings seine Erfahrungen.
Aber Nilgänse sind nicht die einzigen unliebsamen Bewohner der Reviere. Grausam seien auch die Verletzungen, die Rabenkrähen dem Feldhasennachwuchs oder Lämmern zufügen. Mit ihren messerscharfen Schnäbeln picken sie nicht nur Löcher in Silofolien, sondern häufig auch ihren Opfern die Augen aus, hieß es. Feinde haben die überaus intelligenten Tiere dagegen in freier Wildbahn nur sehr wenige, so dass sie sich ungehindert fortpflanzen können.
Am Ende der revierübergreifenden Jagd hatten die Hegeringsmitglieder 60 Rabenkrähen, 16 Tauben und drei Nilgänse erlegt und ihnen mit Hornsignalen die letzte Ehre erwiesen. Sehr zufrieden war Hegeringsleiter Karl-Bernd Böse mit diesem Ergebnis, als in der gemütlich eingedeckten Scheune von Hans-Martin und Martina Wöbken die erfolgreiche Jagd mit einem deftigen Frühstück und Fachsimpelei ausklang.
Erfreulich sei die große Zahl der Entenküken, die dank des konstanten Wasserstandes in den Gräben und Sielen herangewachsen seien. Als fatal für Bodenbrüter wurde dagegen die Ausweitung der Schonzeit gesehen, die statt ab 1. Mai schon ab 20. Februar einzuhalten ist. Gerade die Standkrähen seien so nicht zu fassen, hieß es.
