BERNE - Der I. Oldenburgische Deichband wird das alte Klärwerk in Ganspe von der Gemeinde Berne kaufen. Entsprechende Pläne bestätigte Deichbandvorsteher Christel Bohn am Donnerstag. Angaben zum Kaufpreis machte der Deichbandchef nicht.

Laut Bohn soll der Deichabschnitt beim Klärwerk 2009 erhöht werden. „Dafür brauchen wir einfach Platz“, so der Deichbandchef, „deshalb muss das Klärwerk weichen.“

Beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz (NLWKN) in Brake war zu erfahren, dass der Deich in Ganspe von derzeit 7,20 Meter Höhe auf dann 8 Meter Höhe gebracht werden soll. „Dabei kommen wir um einen Rückbau des Klärwerks nicht umhin“, umschrieb ein NLWKN-Mitarbeiter den Abriss. Die 2009 im Bereich Warfleth und Ganspe anstehenden Deicherhöhungen schlagen mit einem siebenstelligen Betrag zu Buche. Der Kleiboden für die Erhöhung liegt bereits bereit.

1998 hatte der OOWV die Kläranlagen in Ranzenbüttel und Ganspe von der Gemeinde Berne übernommen. Doch schon bald nach der Übernahme zeigte es sich, dass das Klärwerk Ganspe reparaturbedürftig war. Der OOWV schloss Ganspe, baute eine Druckleitung zur Kläranlage in Ranzenbüttel und lastete die dortige Anlage besser aus. Später kaufte die Gemeinde Berne die Kläranlage zurück.

Seit 2004 wurde dann verstärkt über die Einrichtung eines Jugendtreffs im Klärwerk nachgedacht. Eine Idee, die nicht überall begeistert aufgenommen wurde. Aber: Bei einer NWZ -Umfrage sprachen sich im Juni 2005 immerhin 56,9 Prozent der Befragten für einen Jugendtreff aus.

Dieses Thema ist nun wegen der geplanten Deicherhöhung bis auf weiteres vom Tisch. „Deichsicherheit hat für uns absoluten Vorrang“, so Karin Logemann, stellvertretende Bürgermeisterin. Angesichts leerer Kassen hofft sie, dass wenigstens der Jugendtreff in Berne, der auch von Gansper Teenagern besucht werde, zu halten ist.