BERNE - Vor ihrer Fraktionssitzung am Dienstag informierten sich die Genossen der Berner SPD beim I. Oldenburgischen Deichband in Ranzenbüttel über Küstenschutz und Küstenwehr sowie über die geplante Weservertiefung. „Wir sind hier mit der Feuerwehr gut bedient“, meinte Verbandsvorsteher Christel Bohn und berichtete, dass man 340 ausgebildete Feuerwehrkameraden und 62 Küstenschutzleute in beiden Deichbänden vorhält.
Aber: „Es bleibt dabei, die Weservertiefung bleibt für uns eine schlimme Sache.“ Bohn machte deutlich, dass der Deichband keine Arbeitsplätze vernichten wolle, aber man brauche nun einmal auch die Sicherheit für die Bevölkerung. „Die wirtschaftlichen Interessen kollidieren hier mit der Sicherheit“, sagte der Deichbandchef. Und ob die Sicherheit der Bevölkerung nach der Weservertiefung noch gewährleistet sei, bleibe fraglich. Die Folgen einer Katastrophe mochte Bohn nicht ausmalen.
Für SPD-Fraktionschef Dieter Liedtke ist die Weservertiefung ein großes Problem, da die Ergebnisse der Auswirkungen seit der letzten Vertiefung des Flusses noch immer nicht vorlägen. Die würden, so Bohn, seitens aller Deichverbände inzwischen eingefordert.
Eine Lösung könnte sein, Schiffe bis Wilhelmshaven fahren zu lassen und dort umzuschlagen oder ein Sperrwerk vor Bremerhaven, das aber mindestens 1 Milliarde Euro kosten würde. „Nehmt uns nicht die Feuerwehren weg, das ist der einzige Schutz, den wir noch haben. Je mehr Stützpunkte wir haben, um so besser. Fallen welche weg, dann weiß ich auch nicht, wie es noch gehen soll“, appellierte er an die Kommunalpolitiker.
Liedtke versicherte, dass die SPD-Fraktion sicher nicht daran denke, an den sechs Feuerwehrstützpunkten in der Gemeinde „zu rütteln“. Bürgermeister Bernd Bremermann wies darauf hin, dass sich alle übergeordneten Gremien zurückgezogen hätten und die Arbeit den Kommunen überließen.
