BERNE - Gäbe es einen bundesweiten Schönheitswettbewerb der Rathäuser, hätte das Berner Rathaus gute Chancen, auf dem letzten Platz zu landen. Putz, der von den Wänden fällt, Schimmel im Mauerwerk, Wasser im Keller, kein Aufzug, zwei Hausteile, die nur über zwei verschiedene Treppen zu erreichen sind – ohne Frage: Problemzonen gibt es im Rathaus viele. Doch vielleicht gibt es Hoffnung: Im Haushalt 2007, die Genehmigung der Kommunalaufsicht steht allerdings noch aus, stellt der Gemeinderat 1 Million Euro für die Sanierung der Verwaltung bereit. Eine weitere Million soll 2008 folgen.

Mit den Plänen für die Runderneuerung des 1866 erbauten Rathauses ist Bauamtsleiter Bernd Geers befasst. Ihm zufolge muss das Gebäude komplett entkernt werden: „Damit wir die Sanierung möglichst schnell durchziehen können, sollten die Rathausmitarbeiter für die Dauer des Umbaus in Containern arbeiten.“ Mit Sicherheit erhalten bleibt die Außenfassade des denkmalgeschützten Rathauses samt Treppe vor dem Haupteingang. Auch der Grundriss der beiden Etagen darf kaum verändert werden.

An einer umfassenden Sanierung der sanitären Einrichtungen, inklusive Schaffung eines behinderterngerechten WCs, führt aber kein Weg vorbei. Erneuert werden zudem das Dach und die Heizung. Letztere findet wohl auf dem Dachboden Platz, während der dann abgedichtete Keller Aktenlager werden soll. Mehrere feuchte Wände sollen überdies durch neue ersetzt werden.

Künftig können die Bürger über einen Aufzug sowohl den Sitzungssaal als auch die oberen Etagen des Rathauses erreichen. Der Treppenaufgang zum Sitzungssaal entfällt. Erhalten bleibt jedoch der Außenaufgang zum Ratssaal, der vor allem vom Altenclub Berne genutzt wird.

Geers geht davon aus, dass der Umbau die Energiebilanz des Rathauses verbessert: „Wir werden ein energetisches Rathaus, das weniger Energie verbraucht und weniger Kohlendioxid produziert.“ Ob der Bauamtsleiter sein Büro im „neuen“ Rathaus noch beziehen wird, steht in den Sternen. Schließlich gibt es bislang keine konkreten Angaben zum Baubeginn. Und Mitte 2008 ist für Geers in Berne Schluss, er tritt dann in den Ruhestand.