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NWZonline.de Region Wesermarsch Gemeinden Berne

Wirtschaft: Hier wird klar Schiff gemacht

03.08.2017

Berne An drei Spezialbooten für die Wasserwacht Tegernsee, die Badeanstalt Wannsee und die Feuerwehr Bremen wird in der Bootsbauhalle der Deters-Werft noch gearbeitet. Sie gehören zu den leichten, schnellen und korrosionsbeständigen Arbeitsbooten aus Aluminium, mit denen sich der kleine Betrieb neben vielem anderen einen Namen gemacht hat und werden die letzten aus dem Hause Deters sein.

„Bis zur Schließung am 31. August werden die selbstverständlich noch fertig“, versichert Klaus Deters, der zusammen mit seinem Bruder Dirk 1980 seine Meisterprüfung als Boots- und Schiffbauer bestand und kurz darauf gemeinsam mit ihm die Geschäftsführung der Werft übernahm.

Deck für die Gorch Fock

Mit jeder Menge Fleiß, handwerklichem Können und immer neuen Ideen haben die Brüder den Betrieb, den ihr Großvater Dietrich Deters 1909 in Bardenfleth gründete, sicher in die Zukunft gelenkt. Reparaturen, Ausrüstung und Überholungsarbeiten auf Schiffen, Booten, Yachten und Mega-Yachten werden von der Deters Crew europaweit ausgeführt.

Der Familienbetrieb begann vor rund 30 Jahren anderen Werften leichte Deckshäuser aus Aluminium für Containerschiffe zuzuliefern. „Als das weniger wurde, haben wir mit den Aluminiumbooten begonnen. An die DLRG-Bremen ging das erste. Die haben es getestet und für so gut befunden, dass gleich vier weitere Bestellungen folgten“, erinnert sich Klaus Deters gerne. Die leichten Arbeitsboote sind inzwischen überall im Bundesgebiet für die Polizei, die Feuerwehr oder den Rettungsdienst im Einsatz.

Ein weiteres Spezialgebiet der Deters-Werft war das Fertigen, Verlegen oder Reparieren von Teak-Decks. Europaweit war das Deters-Team dafür bis in den Mega-Yachtbereich unterwegs. Auch die Restaurierung des Decks der Gorch Fock, das bis heute bestens in Schuss ist, hat vor 17 Jahren die Gansper Werft durchgeführt.

Bis September müssen nun Hallen und Grundstück geräumt sein – ein Gedanke, der Klaus Deters alles andere als leicht fällt. Ohne Begeisterung für sein Tun hätte er nicht das Arbeitspensum, das auf den Schultern eines Geschäftsführers lastet, so lange mit seinem Bruder zusammen gestemmt. „Doch ohne einen Nachfolger muss man sich irgendwann Gedanken machen. Schließlich könne man nicht ewig weitermachen“, erklärt Klaus Deters mit Blick auf die 60-Stunden-Wochen, die hinter ihm liegen. Dass die Kinder andere berufliche Wege einschlagen, ist für ihn durchaus nachvollziehbar. „Einer alleine könnte die Leitung sowieso kaum schaffen“, hat der zweifache Vater dafür Verständnis.

Angebot für Mitarbeiter

Ein wichtiger Verhandlungspunkt waren bei der Betriebsschließung die aktuell 15 Mitarbeiter, die, sofern sie es wollen, von der Fassmer-Werft, die das Grundstück gekauft hat, übernommen werden. „Wo hätte ich auch sonst mit 61 Jahren noch Arbeit gefunden“, ist beispielsweise Waldemar Welsch, der der Deters-Werft seit 17 Jahren treu ist, froh. Auch zwei der drei Auszubildenden werden dort ihren Abschluss machen. Die dritte angehende Bootsbauerin möchte ihre Ausbildung auf einer Lesumer Werft beenden, berichtet Klaus Deters.

Mit Trecker und Spezialtrailer ist er gerade dabei, ein Vermessungsschiff, das eine Bremer Firma auf dem Grundstück gelagert hat, ins Wasser zu bringen. Auch die übrigen Bootsbesitzer, die ihre Schiffe bei Deters lagern, mussten sich nach neuen Standorten umsehen.

Viel Zeit, um traurig zu sein, bleibt Klaus und Dirk Deters in den kommenden Wochen nicht. Bevor es in den Vorruhestand geht, gibt es jetzt noch einmal jede Menge zu tun.

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