Berne - Ein großes Lob gab es für die Verantwortlichen der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und die vielen Ehrenamtlichen, die bei der Gestaltung der neuen Räume an der Kreuzung Weserstraße/Lange Straße in Berne mitgewirkt haben, schon vor der offiziellen Eröffnung am Mittwochmittag. Zwar vergibt das Veterinäramt keine Noten bei der Abnahme der Räumlichkeiten. „Ich hätte eine eins gegeben“, soll, so Diether Liedtke, Ortsbeauftragter der JUH, Amts-Mitarbeiterin Luise Finck gesagt haben.
Das erfreute ebenso wie die Tatsache, dass die Lebensmittelausgabe „Radieschen“ jetzt endlich eigene Räume hat und nicht mehr nur geduldet ist. „Ein Traum wird wahr“, erklärte Bianka Rittel im Namen der elf ehrenamtlichen Mitarbeiter. „Ohne euch läuft gar nichts“, lobte sie das Team, was die Gäste mit einem starken Applaus bestätigten.
Lemwerders Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann, die stellvertretende Bürgermeisterin von Berne, Karin Logemann, und Dieter Sindermann, allgemeiner Vertreter von Elsfleths Bürgermeisterin Traute von der Kammer, repräsentierten die Stadt und die Gemeinden, aus denen Bürger die Lebensmittelausgabe jeweils donnerstags in Anspruch nehmen. Sie unterstützen die Einrichtung bei der Miete und sie „übernehmen Verantwortung“, wie Logemann es formulierte: „Das wird der Sache gerecht!“
Auch Björn Thümler, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag und Nachbar, gehörte zu den Gratulanten. Er hob die ehrenamtliche Arbeit hervor. „Wir dürfen diesen Menschen den Mut am Ehrenamt nicht durch viele Vorschriften nehmen“, appellierte er, die Restriktionen, Einschränkungen, Vorgaben und Kontrollen nicht zu übertreiben.
Durch den Umzug vom Breithof an den neuen Ort sei die Lebensmittelausgabe da angekommen, wo sie hingehöre: In der Mitte von Berne und somit in der Mitte der Gesellschaft, ergänzte Thümler.
Zuvor hatte Diether Liedtke einen kleinen historischen Abriss gegeben: Vor sechs Jahren hätten Mitglieder des Berner Präventionsrats zusammen mit dem Berner Kindergarten das „Frühstück mit Freunden“ etabliert. „Dieses Frühstück entwickelte eine Eigendynamik, die zu einer Lebensmittelausgabe führte, die im August 2007 ihre Arbeit aufnahm.“ Bereits am zweiten Ausgabetag seien 33 Erwachsene und 18 Kinder durch gespendete Lebensmittel unterstützt worden, jetzt seien dies 150 Haushalte mit etwa 260 Personen. Heute hat die Ausgabe unter dem Dach der Johanniter, die ihren Ambulanten Pflegedienst nach hier verlagert, ihr Zuhause.
Liedtke kritisierte die Verschwendung von Lebensmitteln. Sei es, dass sie in den Müll geworfen oder verbrannt würden. Und er betonte, dass immer mehr Menschen unverschuldet durch die Maschen des sozialen Netzes fallen würden. Sie gelte es aufzufangen.
Das gelingt in Berne im Ansatz durch die großzügige Unterstützung vieler. Und durch das engagierte Team von „Radieschen“, das sich auf die neuen Räume freut.
