HIDDIGWARDEN - Iwan vom Wolf, auch Bruno genannt, ist ein freundlicher Hund. „Das ist gewollt“, sagt Karl Bernd Böse, Besitzer des Deutsch-Drahthaar-Rüden und Vorsitzender des Hegerings Stedingen. „Jagdhunde sind nicht gefährlich.“ So verspielt Böses Hund im Alltag wirkt, so konzentriert ist er auf der Jagd. Das hat er in diesem Jahr in der wohl schwierigsten Prüfung für Jagdhunde, der Verbandsgebrauchshundeprüfung, bewiesen. „Sozusagen seine Meisterprüfung“, erklärt Böse. Auch der Böhmisch-Raubart-Rüde „Charlie zu Maleho Boubina“ von Joachim Dinkelbach bestand sie. Bewertet wird die Zusammenarbeit zwischen Herr und Hund – vor und nach dem Schuss. „Besonders schwer ist das Apportieren von Füchsen über Hindernisse“, so Böse.

Und das ist im Bezirk des Hegerings Stedingen nicht selten gefordert. „Wir haben viele Füchse, zu viele“, erzählt Böse. „Wir bejagen sie deshalb intensiv.“ Die hohe Population habe viele Gründe. „Einer ist die erfolgreiche Bekämpfung der Tollwut in der Vergangenheit.“

In den 18 Revieren des Hegerings werden außerdem Hasen und Geflügel gejagt. „All diese Tiere werden als Niederwild bezeichnet“, erklärt Böse. Die Jagd sei für die Tierpopulationen sehr wichtig. „Wo keine Treibjagden stattfinden, ist die Hasenpopulation negativ. Jäger sorgen für einen Ausgleich in der Natur.“ Leider sei ihr Ruf in der Öffentlichkeit nicht sehr gut. „Die Menschen sind entsetzt, wenn sie Szenen einer Jagd sehen“, sagt Michael Kuik, Hundeobmann beim Hegering Stedingen. „Dabei ist eine Überbesetzung für die Tiere nicht gut. Schnell können Seuchen ausbrechen.“ Die Jägerschaft habe noch ein weiteres Problem: „Die Leute glauben heute gar nicht mehr, dass sie Tiere essen, dass das Schnitzel vom Schwein ist. Die sehen das Fleisch lieber in Scheiben geschnitten im Supermarkt.“

Die Jäger vom Hegering Stedingen verkaufen das Fleisch des erlegten Wildes weiter. „Und wenn man auf eine Schrotkugel beißt, weiß man, dass man ein regionales Produkt isst“, so Böse.

Im Frühjahr und Herbst zählen die Jäger das Wild. „Wir nennen das Scheinwerfertaxation“, erklärt der Vorsitzende. „Nachts wird in den einzelnen Revieren mit einem starken Licht über die Felder geleuchtet. So kann man die Tiere gut erkennen.“