Ganspe - „Die von Herrn Oßwald vorgetragenen Mängel und Beschwerden beschreiben eine Kindertagesstätte, wie wir sie nicht kennen!“ Mit Nachdruck wehrt sich Bernes Bürgermeister Franz Bittner gegen die Vorwürfe, die der Vorsitzende der Elternvertreter der Kindertagesstätte (Kita) Ganspe, zu der seit August auch eine Krippe gehört, in einem Brief erhoben hat. Der ist unter anderem auch dem Kultusminister, dem Landesjugendamt, dem Jugendamt des Landkreises und dem Landrat zugegangen.
Kita 2010 abgebrannt
Thomas Oßwald bemängelt, dass die Kita zurzeit nur eine „vorläufige Betriebserlaubnis“ besitze. „Das ist keine ungewöhnliche Aktion“, so Bittner, der betont, dass die endgültige Betriebserlaubnis beantragt sei.
2010 war der Kindergarten abgebrannt. Nach einer kurzen Übergangszeit an anderer Stelle entschied die Gemeinde, sie in nicht genutzten Räumen der Grundschule unterzubringen. Dazu waren umfangreiche Umbauarbeiten notwendig, erläutert der Bürgermeister in einem Gespräch mit der NWZ . Diese hätten sich in die Länge gezogen, weil eine erste Ausschreibung mangels Angeboten zurückgezogen werden musste. Während der gesamten Bauphase seien die Eltern immer wieder über den Stand informiert worden, so der Bürgermeister, der auch die Kritik von Oßwald an der Ausstattung der Kita nicht teilt. Die Ausstattung entspreche den Anforderungen. Außerdem würden neue Möbel für die Krippe noch in diesem Monat ausgeliefert. Ein Provisorium sei der jetzige Bewegungsraum. „Wenn die Turnhalle fertiggestellt ist, werden die Kinder sich hier bewegen können“, so Bittner.
In seinem Brief kritisiert Oßwald ein fehlendes Konzept und einen fehlenden Hygieneplan. Beides wies der Bürgermeister energisch zurück. „Wir haben das Konzept vom alten Kindergarten mitgenommen. Einmal pro Woche tagen die Mitarbeiterinnen und aktualisieren es laufend.“ Es gebe einen Hygieneplan, den jede Mitarbeiterin unterschrieben habe und nach dem gehandelt würde. In dem Brief hieß es unter anderen, dass häufig verschmutzte Toiletten zu erkennen seien. „Niemand überprüft sporadisch die Hygiene“, so Oßwald, der bemängelt, dass zu wenig getan werde, um Ansteckungen zu vermeiden, und dass fahrlässig mit den Vorschriften umgegangen werde.
Als „ungeheuerlich“ bezeichnet Bittner die Aussage Oßwalds, Mitarbeiterinnen hätten keine Ausbildung zum Ersthelfer. Genauso scharf weist er die Vorwürfe zurück, dass Leitung und Erzieherinnen die Rechtskenntnis fehle und sie deshalb fahrlässig handelten und so das Kindeswohl gefährdeten. „Hier arbeitet niemand fahrlässig!“.
Auch im Außenbereich findet Oßwald wenig Gutes. Bei Regen könnten sich Kinder nasse Füße holen, die eine Erkältung zur Folge haben könnte. „Wir bitten die Eltern, die Kinder mit Stiefeln und Regensachen auszustatten“, erläutert Bittner, der auch dem Eindruck energisch entgegentritt, Spendengelder würden nicht genutzt. „Der Förderverein hat ein Spielgerät im Wert von 15 000 Euro bestellt. Erst wenn das installiert ist, werden die weiteren Arbeiten im Außengelände folgen können“, sagt er.
Elternabend
Zum 12. November hat Bittner die Eltern eingeladen, eine eigene Beurteilung der Arbeit in der Kita zu geben. Mehr noch: Vertreter des Landesjugendamtes und des Gemeindeunfallversicherungsverbandes sollen die Einrichtung begutachten.
