Warfleth - „Endlich ganz in Ruhe über Vespas schnacken, ohne dass irgendwann die Bitte kommt, doch mal das Thema zu wechseln. Das ist genau das, was ich immer suchte“, freut sich Eike Dirks. Klar, dass der Huder direkt bei seinem ersten Besuch bei den „Warfleth Warriors“ eingetreten ist.
Schließlich befindet er sich bei Karsten und Claudia Rehn unter Gleichgesinnten, die es lieben, in ihrer urigen Scheune zu fachsimpeln, zu schrauben und die dazugehörige Musik zu hören oder an internationalen Treffen teilzunehmen. Als Willkommensgeschenk gibt es für Dirks den farbigen Clubaufkleber, den Karsten Rehn entworfen hat und den nur Mitglieder bekommen.
Für die Warflether Familie sind ihre Vespas oder Lambrettas nicht einfach nur ein Fortbewegungsmittel. „Vespa fahren ist ein Lebensgefühl! Jede ist individuell. Sobald man drauf steigt, hat man ein Gefühl von Freiheit und Urlaub in Italien. Man fährt nicht so schnell, bekommt viel von der Umwelt mit, und spätestens alle 150 Kilometer gibt es eine Tankpause “, schwärmt Clubgründer Karsten Rehn von den schon lange zum Kultobjekt gewordenen Rollern. Seine Frau Claudia teilt diese Leidenschaft voll und ganz. Unzählige Kilometer hat das Paar bereits auf seinen „Wespen“, wie die 1946 erstmals auf den Markt gebrachten, robusten, italienischen Zweiräder auf Deutsch heißen, zurückgelegt und dabei nur gute Erfahrungen und viele neue Bekanntschaften gemacht.
Beispielsweise ging es 1995 auf zwei Rollern durch Italien. „Jede Menge Gepäck hatten wir dabei“, erinnert sich Claudia Rehn an diese Tour. Auch Frankreich hat das Paar bereist und ist dabei immer wieder schnell mit anderen Roller-Fans ins Gespräch gekommen.
Die erste Clubgründung sind die im „Vespa Club Deutschland“ gelisteten „Warfleth Warriors“ für Karsten Rehn allerdings nicht. Bereits vor vielen Jahren hat er in seiner alten Heimatstadt Celle einen Vespa-Club ins Leben gerufen. Dabei sei es eigentlich nur seinem Vater zu verdanken, dass er heute so ein begeisterter Rollerfahrer ist. Der habe ihm nämlich das Motorradfahren verboten, verrät er. Ganz genau kann sich der 50-Jährige noch erinnern, wie 1999 die Idee entstand, die jedes Jahr in einem anderen Land stattfindenden Vespa-Worlddays nach Celle zu holen.
Ende Juni 2017 fand diese Veranstaltung dann tatsächlich in Celle statt. Und Charly, wie Karsten Rehn von seinen Freunden genannt wird, sowie sein mit 13 Jahren ebenfalls schon „rollerinfizierter“ Sohn Carlos gehörten zu den mehr als 8000 Vespa-Fahrern aus der ganzen Welt, die im Konvoi durch Celles Straßen knatterten. „Carlos hat das viel Spaß gemacht. Er hat jetzt nicht nur eine Einladung nach Kolumbien, sondern durfte auch auf der ,Königin´ eines Engländers sitzen. Von diesen begehrten Sammlerstücken gibt es weltweit nur noch eine Handvoll“, ist Charly etwas neidisch auf seinen Sohn. Die nächste Vater-Sohn-Vespa-Tour steht schon fest: Anfang August geht es zusammen mit 90 Rollern zur 1000 Kilometer langen Vintage-Cruse durch Dänemark
Für seine Gastfreundschaft wurde Ehepaar Rehn jetzt in den „Buena-Vespa-Social-Club“ aufgenommen – eine durchaus elitäre Auszeichnung. Der dazugehörige Aufkleber werde sie bei ihren künftigen Touren bei der Suche nach einem Übernachtungsplatz als vertrauenswürdig ausweisen, erklärt Karsten Rehn.
Dass seine Familie ein guter Gastgeber ist, ist inzwischen unter Vespa-Fahrern international bekannt. Nachdem Markus Mayer auf seiner Benefiz-Tour Anfang Juni in Warfleth Halt machte, steuerte vor kurzem ein rollerfahrender Weltenbummler aus Zypern ihren Hof an.
Neue Mitglieder sind bei den „Warfleth Warriors“ herzlich willkommen. „Gerne dürfen das auch Fans anderer alter Zweiräder sein“, sagt Charly. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 04406/9572633 mit den „Warfleth Warriors“ in Verbindung setzen.
