Berne - Im Optimalfall hat die Teilnahme am Berufsorientierungsprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gereicht, um den roten Faden in das spätere Berufsleben zu finden. Dann sind Interesse und Neugier geweckt und Talente erkannt. Aber auch die Erkenntnis, einem bestimmten Beruf doch nichts abgewinnen zu können, hilft den Schülern weiter: Dann geht die Suche nach dem Traumjob weiter.

In drei Branchen konnten die Achtklässler der Oberschule Berne jetzt im Rahmen des Programms, umgesetzt und organisiert von der landkreiseigenen Beschäftigungsfördergesellschaft Zeit & Service, hineinschnuppern: Sie hatten die Wahl zwischen Verkauf, Logistik, Malerei, Gas-tronomie, Kfz, Metall und Holz. Erleichtert wurde den Schülern die Wahl durch eine Potenzialstudie, in der es um Interessen und vorhandene Kernkompetenzen ging. „Dann folgten die Werkstatttage. Alle Schüler konnten für je drei Tage in drei Bereichen mit Fachleuten arbeiten“, erklärte Klassenlehrerin Harte Stickan am Dienstag während der Zertifikatsvergabe in der Schule das Konzept.

Jeden Morgen ging es für die Jugendlichen mit dem Bus gen Brake, wo in verschiedenen Werkstätten und Einrichtungen gearbeitet wurde. Flaschenöffner wurden zum Bespiel produziert, Holztabletts gebaut und Kuchen gebacken. „Es geht darum, praktische Tätigkeiten zu testen, die in den Berufen abverlangt werden“, sagte Marco Busch, der das Projekt für Zeit & Service betreut: „Jetzt könnt Ihr Euch gezielt auf ein Schülerpraktikum bewerben.“

Er riet den Jungen und Mädchen, die Zertifikate auch für die eigene Bewerbungsmappe zu nutzen. Und: „Ihr bekommt viele Ratschläge von den Erwachsenen. Aber die Entscheidung für einen Beruf müsst Ihr selbst fällen. Ihr müsst mit Eurer Wahl glücklich werden.“

Dass die praktische Arbeit für so manchen Schüler ein echter Motivationsschub war, konnten auch Harte Stickan und ihre Kollegin Ulrike Cordes sehen. Wie ausgewechselt seien einige Jugendliche in der Werkstattphase gewesen, die im Schulunterricht eher durch mangelndes Interesse auffallen. Nun hoffen die Lehrerinnen, dass das Projekt eine Initialzündung war. Schulleiter Sönke Ehmen jedenfalls war angetan von seinen Schülern: „Danke, dass Ihr so gut mitgemacht habt.“

Anja Biewald
Anja Biewald Redaktion Oldenburg