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Unterwegs mit zwei Pferdestärken

13.09.2014

Hiddigwardermoor Mit 100 PS brausen die meisten von uns über die Landstraße. Dass die Maßeinheit PS Pferdestärken meint, ist allseits bekannt. Wie viel Kraft aber wirklich dahintersteckt, wird mir bewusst, als ich an einem sonnigen Donnerstagnachmittag (nur) zwei quirlige Pferdestärken namens „Catago“ und „Herko“ dirigieren soll. Fahrlehrer Stefan Ostermann hat die beiden Fjordpferde vor seine Fahrschulkutsche gespannt.

„20 Stunden braucht ein Fahranfänger bis zur Prüfung“, erzählt der 34-Jährige, der schon auf vielen Turnieren erfolgreich war. „Das gilt auch für Leute, die mit Pferden vorher nichts zu tun hatten.“ Für die Kutsch-Fahrprüfungen kommen regelmäßig zwei Fahrrichter auf den Hof in Hiddigwardermoor. Abgefragt wird auch viel Theorie – die Namen der Geschirrteile, Tierschutzgesetze und natürlich das Straßenverkehrsrecht. Auch Wissen rund um das Pferd ist wichtig. Geprüft wird natürlich auch das richtige Anspannen der Tiere vor die Kutsche. Alle Riemen müssen richtig sitzen, das ist wichtig für die Sicherheit und die Gesundheit der Pferde.

Zwei Hengste

Dann kann es losgehen – doch jetzt einfach schwungvoll aufzusteigen würde schon zum Durchfallen in der Prüfung führen. „Erst muss der Leinenspruch aufgesagt werden“, erklärt Stefan Ostermann. Der Text dazu ist über eine halbe Seite lang und dient zur letzten Kontrolle der Leinen und Geschirre vor der Abfahrt. „Vor dem Aufsagen haben meine Fahrschüler immer viel Respekt“, sagt Ostermann. Ich muss den Spruch am ersten Tag noch nicht können und darf jetzt auf den erhöhten Kutschbock steigen.

Mit kraftvollen Bewegungen ziehen „Herko“ und „Catago“ los. Die zwei ledernen Leinen in den Händen ziehen mich ruckartig nach vorn. Handschuhe wären gut, notiere ich mir im Kopf. „Jetzt die Leinen nachlassen“, mahnt mein Fahrlehrer. Ich lockere meinen Griff und gebe nach – sofort fallen meine beiden Pferdestärken in einen munteren Trab. Ganz schön schnell, diese zwei PS, denke ich und versuche das Gleichgewicht zu halten. Die Peitsche in der rechten Hand wackelt dabei unkontrolliert herum und entwickelt sich eher zur Gefahr für meinen Lehrer als zum Instrument beim Kutschieren. „Sie wird als Hilfe eingesetzt, ähnlich dem Schenkeldruck beim Reiten“, erklärt der 34-Jährige. „Die Peitsche dient nicht als Strafe.“ Bei mir ist sie vor allem eines: immer im Weg.

Um etwas Ruhe in die Sache zu bringen, versuche ich, die beiden Fjordpferde wieder in den Schritt zu bewegen. „Herko“ und „Catago“ sind beides Hengste, erfahre ich nebenbei, ersterer sogar bundesprämiert. Kein Anfängergespann. So stelle ich mir eine Fahrstunde mit einem Porsche vor.

Wieder im Schritt ist es Zeit, sich um die richtige Leinenführung zu kümmern. Sie ist streng geregelt nach dem Achenbach-Fahrsystem, entwickelt von Benno von Achenbach als letztem Leiter des Kaiserlichen Fahrstalls. Alle Handhaltungen sicher zu beherrschen beschäftigt den Kutschlehrling sicher einige dunkle Winterabende lang. Stefan Ostermann übt sie mit seinen Neulingen zunächst auf einem Fahrlehrgerät ohne Pferde. Die Griffe dienen der Sicherheit, ebenso wie die Vorschrift, immer mit einem Beifahrer unterwegs zu sein.

Im Galopp durchs Wasser

Zum Ende der Stunde habe ich lange Arme und Stefan Ostermann übernimmt. Sofort nehmen beide Hengste Haltung an. Im vollen Galopp lenkt der 34-Jährige das Gespann durch ein Wasserloch – gut festhalten ist angeraten. Hinterher sind wir alle sehr erfrischt. und braun gesprenkelt. Nach der aufregenden Fahrstunde streichle ich die beiden niedlichen Pferdestärken und merke mir das Kutschefahren als ein tolles Hobby vor.

Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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