Berne - Wild- und Naturschutz – das hat sich die niedersächsische Jägerschaft auf die Fahnen geschrieben. „Sie gehört zu den anerkannten Naturschutzverbänden, die gerufen werden, wenn es auf den Straßen zu Wildunfällen kommt“, erklärt Hans-Martin Wöbken vom Hegering Stedingen. Davon gebe es leider viele. Oft flüchten dabei die angefahrenen Tiere. Mit ihren speziell ausgebildeten Jagdhunden sind die Jäger jedoch in der Lage, das verletzte Wild schnell überall aufzuspüren, um es nicht seinem Schicksal zu überlassen. „Mindestens ein ausgebildeter Jagdhund pro Revier ist darum Pflicht“, sagt Wöbken.

Auch wenn es sehr viel Unruhe in sein vier Hektar großes Revier bringt, stellt der Warflether es gerne zum Training für die Jagdhunde zur Verfügung. Hier finden sich mit hohem Gras, Raps, Getreide und zwei großen Teichen ein optimales Übungsgelände.

„Das Beherrschen der Grundkommandos, wie das Ablegen oder Bei-Fuß-Gehen, sind Grundvoraussetzungen bei der Jagdhundeausbildung, auf die aufgebaut wird. Fünf Monate dauert ein Lehrgang bis geprüft wird“, erklärt Friedhelm Laabs. Er hat vor einigen Monaten das Amt des Hundeobmanns im Hegering übernommen. Gut vorbereitet von seinem Vorgänger Michael Kuik trainiert er regelmäßig mit rund zehn Jagdhunden Fähigkeiten wie die Verlorensuche, Schussfestigkeit oder das Verfolgen von Schleppspuren an Land und auch im Wasser.

Viel Geduld und stets ein ruhiger Ton sind dabei gefragt, schließlich möchte man später das Wild nicht mit lauten Kommandos aufscheuchen, bergründet Laabs, der sich mit seiner fünfjährigen Labradorhündin „Eika“ sogar durch Handzeichen verständigen kann.

Auch „Thor“ weiß sofort, was Herrchen Andreas Michael Heeren von ihm will, als dieser per Handzeichen auf den Anfang der 300 Meter langen Spur inklusive zwei spitzen Winkeln deutet, die Silvia Laabs kurz zuvor gelegt hat. Rasant spurtet der vierjährige Weimarer Rüde los, um kurze Zeit später wieder artig mit dem apportierten Kaninchen im Maul vor seinem Herrchen sitz zu machen.

Aber nicht nur an Land und in unwegsamem Gelände müssen die Hunde mit und ohne Schleppspur in der Lage sein, Wild aufzuspüren. „Bei der Jagd auf Federwild ist es wichtig, dass auch Spuren an der Wasseroberfläche aufgenommen werden können. Von einem Schuss dürfen sich die Tiere nicht ablenken lassen“, erklärt Laabs.

Während „Eika“ ohne großes Planschen ins Wasser gleitet, um die weit in den Teich geschleuderte Plastikente zu bergen, muss der einjährige „Sam“ nicht nur das ruhige Schwimmen noch etwas üben, sondern auch, dass er sich erst schütteln darf, wenn Herrchen ihm die Beute abgenommen hat. „Im Gegensatz zu Enten oder Kaninchen mögen Hunde es gar nicht, Füchse zu apportieren. Die haben für sie einen äußerst unangenehmen Geruch“, ist die Erfahrung von Ekkehard Franke. Mit einem Dummy muss darum auch das ständig trainiert werden.

Immer eine Herausforderung stellt für die Mitglieder des Stedinger Hegerings die Teilnahme an der Claus-Cornelius-Suche dar. Dabei kann das Erlernte geübt und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Jäger und Hund intensiviert werden.