• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region

Immer mehr Menschen ohne Berufsabschluss

10.04.2019

Berlin (dpa) - Mehr als zwei Millionen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Das geht aus dem Berufsbildungsbericht 2019 hervor.

Die Zahl der jungen Menschen ohne Abschluss stieg demnach binnen eines Jahres von 2,08 auf 2,21 Millionen im Jahr 2017. Drei Jahre zuvor waren es erst 1,88 Millionen. Gefährdet sind besonders Menschen ohne Schulabschluss. In dieser Gruppe haben fast 70 Prozent auch keinen beruflichen Abschluss.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack kritisierte: "Viele ausbildungslose Jugendliche fühlen sich von der Regierung nicht mehr gesehen und vertreten." Die Bundesregierung müsse etwa die Assistierte Ausbildung ausbauen, bei der Jugendlichen ohne Abschluss oder mit schlechten Noten bei der Ausbildung unter die Arme gegriffen werde.

Besonders dramatisch ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Ruhrgebiet, in den mittleren Städten Hessens und Niedersachsen sowie im Norden Schleswig-Holsteins", mahnte Hannack. "Wir dürfen nicht zulassen, dass in Oberhausen, Bochum, Hameln, Flensburg oder auch Nordbrandenburg eine abgehängte Generation heranwächst.

Die SPD forderte die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek auf, eine Mindestausbildungsvergütung nach einem Vorschlag von Arbeitgebern und Gewerkschaften einzuführen. Gewerkschaften und Arbeitgeber hatten sich auf ein Konzept mit monatlich 515 Euro im ersten Ausbildungsjahr geeinigt. Dem Vorschlag zufolge sollen Azubis im zweiten Lehrjahr 615 Euro und im dritten 715 Euro erhalten.

Wie aus dem offiziellen Überblick über den Ausbildungsmarkt weiter hervorgeht, stieg die Zahl derer, die von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen wurden. So wurden im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr 8100 Ausbildungsverträge mehr abgeschlossen. Insgesamt starteten 531.400 Menschen mit ihrer Ausbildung, mehr als jeweils in den fünf Jahren davor. Zurückzuführen ist der Anstieg laut Bericht vor allem auf die gestiegene Ausbildungsbeteiligung von Flüchtlingen. Die Zahl der Auszubildenden aus einem nicht-europäischen Asylzugangsland kletterte binnen eines Jahres von rund 6000 auf 15 400 im Jahr 2017.

Dabei haben Azubis gute Jobchancen: Rund drei von vier Jugendlichen wurden nach dem Abschluss vom Betrieb übernommen. 57.700 Stellen blieben 2017/2018 unbesetzt. Für 100 Bewerber standen 106 Angebote bereit. 24.500 junge Menschen fanden auf der anderen Seite keinen Ausbildungsplatz - so viele wie seit zehn Jahren nicht.

In einigen Berufen tun sich die Firmen besonders schwer, Nachwuchs zu finden. So sind 2018 vier von fünf Ausbildungsplätzen als Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk unbesetzt geblieben, fast ebensoviele als Fleischer, rund 37 Prozent der Plätze für angehende Klempner und Restaurantfachleuten. Allein im Handwerk konnten laut dessen Zentralverband mehr als 17.000 Plätze vor allem in Kleinbetrieben nicht besetzt werden.

Besonders oft ohne Erfolg haben junge Leute im Gegensatz dazu nach einem Platz für angehende Tierpfleger (46 Prozent), Gestalter für visuelles Marketing (45 Prozent) und Mediengestalter (44 Prozent) gefragt.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.