Westerstede - Im Landkreis Ammerland leben rund 100 Familien, die aus freien Stücken Pflegekinder aufgenommen haben und diese betreuen. Das gab der Leiter des Kreisjugendamtes, Wolfgang Diedrich, während der jüngsten Sitzung des Jugendhilfe-Ausschusses in Westerstede bekannt. Für den Landkreis, so Diedrich, seien solche Familien aus verschiedenen Gründen sehr wichtig. Auch der finanzielle Aspekt spiele dabei eine Rolle, denn die Unterbringung von Jungen und Mädchen in Familien sei erheblich kostengünstiger, als die Unterbringung in einer Einrichtung.

Kinder in Pflegefamilien abzugeben, so Diedrich, sei mit der Übertragung einer hohen Verantwortung verbunden. Man wisse, dass es sich um eine anspruchsvolle Aufgabe handele.

Ferner ging der Jugendamtsleiter in seinem Bericht auf Jugendliche ein, die nachts von der Polizei mit Alkohol- und Drogenproblemen aufgegriffen würden. Dafür stehe eine Rufbereitschaft zur Verfügung, die rund um die Uhr erreichbar sei. Eine Unterbringung solcher Jugendlichen in Familien sei nachts meistens nicht möglich. Eine behördliche „Annahmestelle“ für solche Fälle habe man im Landkreis Ammerland allerdings nicht. Das sei eine Kostenfrage. Eine solche Einrichtung könne Kosten von täglich bis zu 220 Euro auslösen.

In den kommenden Wochen und Monaten rechnet das Jugendamt mit mehr minderjährigen Flüchtlingskindern. Auch sie könnten in Familien untergebracht werden.