Cloppenburg - „Fachreferent für Sammlungsmanagement und Qualitätsstandards in Museen“ dürfen sich seit Montag 20 Wissenschaftler aus neun Bundesländern nennen, die sich seit Juni 2016 an der Museumsakademie Musealog weitergebildet haben. Die Kulturwissenschaftler, die zwischen 29 und 49 Jahre alt sind, nahmen im Museumsdorf Cloppenburg bei einer Feierstunde ihre Zertifikate entgegen.

Musealog ist eine Initiative, um arbeitslose Fachwissenschaftler zu Museumswissenschaftlern weiterzubilden und damit für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Und das, betonte Musealog-Leiter Dirk Heisig, sei seit 1997 eine beispiellose Erfolgsgeschichte. 70 Prozent der Teilnehmer nähmen im ersten Halbjahr nach Beendigung der Maßnahme eine Beschäftigung auf, drei Jahre später stünden 90 Prozent der Absolventen in einem Arbeitsverhältnis.

Und manchmal geht es sogar so schnell, dass die Musealogen bereits weit vor Maßnahmen-Ende eine Beschäftigung finden. Museumsdorf-Leiter Professor Dr. Uwe Meiners kann diesmal ein Lied davon singen. Zu Beginn des 25. Kurses hatte das Niedersächsische Freilichtmuseum drei Musealogen genommen: Einer ging bereits im Oktober als Leiter der Stadtbibliothek, des Harzmuseums und des Stadtarchivs nach Wernigerode, der andere folgte dem Ruf einer Universität zwecks Besetzung einer Vertretungsprofessur. Und so blieb nur noch Kristin Otto (Leipzig) über, die das Projekt „Aus dem Karton ins Regal – Der Umbau des Textildepots im Museumsdorf Cloppenburg“ verantwortete. „Eine solche Aufgabe wäre mit unserem Personalstand so nicht zu leisten gewesen“, erklärte Meiners. Die Arbeit von Otto habe das Museum in die Lage versetzt, seine umfangreiche Textilsammlung, die jahrzehntelang eingelagert gewesen sei, nun auch öffentlich präsentieren zu können.

Finanziert wird das Musealog-Projekt im Übrigen von der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter. Dadurch, dass die Teilnehmer aus ganz Deutschland kämen, seien auch die finanziellen Lasten recht gleichmäßig verteilt, freute sich Heisig. Seit Jahren betreibt ein fester Kreis aus zehn Museen im gesamten Nordwesten das Projekt. Beteiligt sind neben den Gründungsmitgliedern Museumsdorf Cloppenburg, Ostfriesisches Landesmuseum Emden und Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte Oldenburg inzwischen auch das Emsland-Museum Lingen, das Schlossmuseum Jever, das Emsland Moormuseum, das Museum Nordenham, das Deutsche Sielhafenmuseum Carolinensiel, das Stadtmuseum Oldenburg und das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth. „Hier ist ein wunderbares Netzwerk entstanden“, sagte Rico Mecklenburg. Dieser ist Vorsitzender des „Vereins zum Erfassen, Erschließen und Erhalten der historischen Sachkultur in Weser-Ems“, der das Musealog-Projekt trägt.

Im nächsten Musealog-Kursus, der am 1. Februar beginnt, sind noch Plätze frei. Weitere Informationen erhalten Interessierte per E-Mail info@musealog.de oder im Internet unter

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland