Friesoythe - Mit einer achttägigen Schüleraustauschfahrt zur polnischen Partnerschule in Jaszkotle bei Breslau begann für 15 Jungen und Mädchen aus den Klassen sieben bis neun der Realschule Friesoythe das neue Schuljahr. Für mehr als die Hälfte war es schon der zweite oder sogar dritte Gegenbesuch. Nach 800 Kilometern und zwölfstündiger Busfahrt lagen sich die deutschen und polnischen Austauschschüler, die sich teilweise erst beim Besuch der Polen in Friesoythe im Mai dieses Jahres kennengelernt hatten, in den Armen. Begleitet und betreut wurden die Friesoyther von den Lehrern Jürgen Janßen-harms und Michael Podkrajac.
Die Verständigung bereitete keine Schwierigkeiten, da die polnischen Schüler Deutsch und Englisch in der Schule lernen und auch viele Eltern mehr oder weniger gut Deutsch sprachen. Zudem hatten die meisten Realschüler im letzten Schuljahr in einer freiwilligen AG nachmittags circa 25 Doppelstunden Polnisch gelernt.
Die Gastfreundschaft war groß. Im Rahmen der offiziellen Begrüßung in der Turnhalle der Partnerschule, an der alle Schüler und Lehrer teilnahmen, wurden Sketche aufgeführt und Lieder gesungen. Während einer Erkundungstour in Breslau lernten die Schüler den historischen Marktplatz mit Rathaus, die Dominsel sowie die Universität mit der berühmten Aula Leopoldina und dem mathematischen Turm mit seiner tollen Aussicht auf die Altstadt kennen.
Andere gemeinsame Ausflüge, um Land und Leute kennenzulernen, führten ins Sudetengebirge an der tschechisch-polnischen Grenze, wo die Schüler sich durch ein Felsenlabyrinth zwängten.
Im früheren Glatz besichtigten die Austauschteilnehmer die ehemalige Festung und wanderten kilometerweit durch unterirdische Stollen und Gänge. Den Knall und die Druckwelle nach dem Abfeuern einer historischen Kanone im Gewölbe der Festung wird wohl niemand vergessen.
Beim offiziellen Bürgermeisterempfang machte Enya Teague während einer kurzen Rede deutlich, dass sich die Friesoyther Schüler in der Gemeinde Katy Wroclawskie sowie den Gastfamilien sehr wohl fühlten.
Am Sonntag besuchten die Schüler mit ihren Gastfamilien den Aquapark in Breslau, den Adrenalinapark und andere interessante Einrichtungen. Die deutschen Begleitpersonen wurden von Gasteltern mit eigenem Boot zu einer mehrstündigen Tour auf der Oder eingeladen.
An mehreren Tagen nahmen die Friesoyther auch in den Klassen ihrer Partner am Schulunterricht teil. In allen Klassen waren viel weniger Schüler als in der Realschule aber auch jeden Tag sieben Stunden Unterricht. Am letzten Tag schrieben die Realschüler einen Polnischtest über Vokabeln und Redewendungen.
Partnerschule und Eltern organisierten wieder eine große Abschiedsparty mit einem Grillen und sportlichen Wettkämpfen. Beim Abschied flossen zahlreiche Tränen.
Nach der Verabschiedung verbrachten die Friesoyther einen langen Tag in Breslau. Mit der Straßenbahn ging es zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten wie dem neuen Skytower, Polens höchstem Wohn- und Geschäftsgebäude. In 200 Metern Höhe bot sich den Friesoythern eine schwindelerregende Aussicht auf die Odermetropole.
Mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen ging es schließlich während einer Nachtfahrt wieder Richtung Heimat. Die Stadt Friesoythe und das Deutsch-Polnische-Jugendwerk unterstützten die Fahrt.
