Abbehausen - Der nächste heimatkundliche Klönabend der Rüstringer Heimatbundes stellt die Odyssee eines Nordenhamer Matrosen im Ersten Weltkrieg in den Mittelpunkt: „Ich, Heinrich Spudeit“ lautet der Titel eines Vortrags, den Ulrich Schlüter aus Nordenham hält. Die öffentliche Veranstaltung beginnt am Dienstag, 6. Februar, um 19.30 Uhr in der Gaststätte Butjadinger Tor in Abbehausen. Der Eintritt ist frei.

Die Aufzeichnungen von Heinrich Spudeit, der 1892 im Memelland in Ostpreußen geboren wurde, waren ein Zufallsfund auf einem Dachboden in Nordenham und stellen ein wertvolles Zeitdokument dar. In seinem Vortrag berichtet der Referent über das Leben von Heinrich Spudeit anhand von rund 100 Originalfotos und Aufzeichnungen. Dabei nimmt er auch Bezug zur Wesermarsch. Wie erlebten die Menschen den Ersten Weltkrieg in der Heimat? Wie groß war der Mangel?

Heinrich Spudeit arbeitete zunächst bei der Heringsfischerei Vegesack. 1913 wurde er zur Kaiserlichen Marine eingezogen. Nach der Ausbildung in Wilhelmshaven kam er an Bord des Kanonenbootes „Tiger“ nach Tsingtau/China. Als der Erste Weltkrieges ausbrach, wurde er auf den Lloyddampfer „Prinz Eitel Friedrich“ abkommandiert. Der Einsatz entwickelte sich zu einer wahren Odyssee, die vier Jahre lang andauern sollte: Kaperkrieg, defekte Maschine, Liegezeit, Internierung und Kriegsgefangenschaft in den USA. Erst 1919 kam Heinrich Spudeit nach Hause zurück.