ABBEHAUSEN - In die Sanierung der Haupt- und der Grundschule Abbehausen haben der Landkreis Wesermarsch und die Stadt Nordenham seit 2008 rund 1,1 Millionen Euro investiert. Dabei kamen auch Fördermittel aus dem Konjunkturprogramm des Bundes zum Einsatz. Wofür die Gelder verwendet wurden, haben sich jetzt die Mitglieder des Abbehauser Ortsrates während einer interfraktionellen Sitzung zeigen lassen. Hauptschulleiter Christian Schöckel und seine Amtskollegin von der Grundschule, Evelyn Dannheim-Sausner, führten die Kommunalpolitiker durch die Schulgebäude.
Neben energetischen Dach- und Fenstersanierungen standen in den zurückliegenden drei Jahren der Umbau der Schülertoiletten, die Herrichtung eines Medienraumes und vor allem die Runderneuerung der Lehrküche auf der Maßnahmenliste. Für 170 000 Euro wurde der betagte Küchentrakt auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Dazu gehörte auch eine komplette Neuausstattung mit Geräten und Mobiliar.
In diesem Jahr geht das Sanierungsprogramm in der Abbehauser Schule weiter. Es ist beabsichtigt, für rund 55 000 Euro die Lehrertoiletten zu modernisieren. Dieses Vorhaben erläuterte Horst Wilkens, der im städtischen Amt für Baumanagement die Abbehauser Schule betreut, bei dem Ortsratstermin.
Mensa bald zu klein
Eine weitere Investition steht an, wenn die Grundschule ihr Vorhaben umsetzt und ab dem neuen Schuljahr eine offene Ganztagsbetreuung einführt. Weil den Kindern dann auch ein Mittagessen angeboten werden müsste, wäre eine Erweiterung der Mensa erforderlich. Bisher wird dieser Speiseraum nur von der Hauptschule regelmäßig genutzt, die seit 2009 eine offene Ganztagsschule ist. Das von Schülern und Lehrern zubereitete Mittagessen erfreut sich einer großen Beliebtheit. Im Durchschnitt melden sich 23 Schüler für die Mahlzeiten an, die mit einem Preis von 50 Cent sehr günstig sind.
Die Nachmittagsangebote stoßen bei den Hauptschülern auf eine hohe Resonanz. Laut Rektor Christian Schöckel nehmen 76 Prozent der Schüler an den verschiedenen Nachmittagsgruppen teil. Die Bandbreite reicht von Hausaufgabenbetreuung und Förderkursen über Arbeitsgemeinschaften – zum Beispiel Sport, Angeln, Werken, Schulband – bis hin zu den Schülerfirmen, die für die Küche und den Kiosk zuständig sind.
Seitdem die Hauptschule dienstags, mittwochs und donnerstags ein Ganztagsprogramm anbietet, ist auch die Gesamtzahl der Schüler deutlich angestiegen: von 123 im Jahr 2008 auf jetzt 149. Rektor Schöckel geht davon aus, dass im Februar mit Beginn des zweiten Halbjahres dank einiger Zugänge erstmals nach langer Zeit wieder die 150er Grenze überschritten wird. Die Mädchen und Jungen verteilen sich auf neun Klassen, von denen die Jahrgangsstufen 5, 9 und 10 zweizügig sind.
Den Ausländeranteil an der Schülerschaft bezifferte Christian Schöckel auf Anfrage aus dem Ortsrat mit etwa 15 Prozent. Das Kollegium der Hauptschule besteht aus 14 Lehrkräften und einer Sozialpädagogin.
Grundschulleiterin Evelyn Dannheim-Sausner berichtete von einem guten Verlauf der schrittweisen Zusammenführung der Standorte in Abbehausen und Esenshamm. 191 Kinder – davon 149 in Abbehausen – besuchen zurzeit die Doppelschule. Zum Kollegium gehören 13 Lehrkräfte und vier pädagogische Mitarbeiterinnen. In diesem Jahr sollen die Verschönerung und Neugestaltung des Schulhofes in Abbehausen ein besonderer Schwerpunkt sein.
Mangel an Parkplätzen
Auf der Wunschliste der Grund- und der Hauptschule steht die Anschaffung einer Lautsprecheranlage, über die alle Klassenräume zu erreichen sind. Diese Maßnahme ist Bestandteil des Sicherheitskonzepts für Amoktaten. Zudem brennt den Lehrern beider Schulen der Mangel an Autoparkplätzen zunehmend unter den Nägeln.
