ABBEHAUSEN - Als Junglehrer erlebte Karlheinz Ranft die Anfänge im Neubau mit. 34 seiner 38 Lehrerjahre verbrachte er in Abbehausen.
von norbert hartfil
ABBEHAUSEN - Niemand aus dem Kollegium wäre auf die Idee gekommen, Wolfgang Manninga zu widersprechen. Denn an der Feststellung des Personalobmannes, dass Karlheinz Ranft sich mit verbundenen Augen in der Abbehauser Schule ohne Probleme zurecht finden würde, gibt es nichts zu rütteln. 34 seiner 38 Dienstjahre als Lehrer hat Karlheinz Ranft an der Hauptschule Abbehausen verbracht. Gestern nahm er als Ruheständler seinen Abschied.Nicht ohne Wehmut erinnerte sich der 64-Jährige an die Anfänge seiner Lehrerkarriere und die vielen schönen Erlebnisse an der Abbehauser Schule. An der Pädgagogischen Hochschule in Oldenburg hatte sich der gebürtige Einswarder zu einem Multifunktionslehrer mit fünf Fächern ausbilden lassen. Am 27. August 1968 trat er zu seinem ersten Arbeitstag an der damaligen Volksschule Abbehausen an. Zu der Zeit war das heutige Hauptgebäude noch eine Baustelle. 1969 wurde der Neubau als Mittelpunktschule unter der Trägerschaft der Gemeinden Abbehausen, Esenshamm und Seefeld eingeweiht. So gesehen hat der Ehrentitel „Urgestein der Hauptschule Abbehausen“, mit der Schulleiter Christian Schöckel den langjährigen Kollegen gestern bedachte, seine Berechtigung.
Karlheinz Ranft, den Freunde nur „Charly“ nennen, unterrichtete vornehmlich die Fächer Mathematik, Physik und Arbeitslehre. Einen großen Bekanntheitsgrad auch über die Schule hinaus erwarb er sich als Musiker. Genauer gesagt, als Akkordeonspieler. „Ohne Charlys Quetschkommode ging fast nichts mehr“, blickte Wolfgang Manninga auf so manche stimmungsvolle Feier und Ausflugsfahrt zurück.
Vorübergehend kehrte Karlheinz Ranft der Hauptschule Abbehausen den Rücken, als er für ein Jahr nach Tossens und anschließend für drei Jahre an die Hafenschule versetzt wurde. 1993 war das Auswärtsspiel beendet.
Aufgrund einer Erkrankung konnte Karlheinz Ranft seit Ostern 2005 seinen Beruf nicht mehr ausüben. Jetzt ist er wieder auf dem Damm und freut sich über die neugewonnene Freizeit, die er in seinen kommunalpolitischen Ämtern als Vize-Landrat, Stadtratsmitglied und Abbehauser Ortsbürgermeister gut gebrauchen kann. „Was mir aber fehlt“, sagte er zum Abschied, „sind die Kollegen.“
Er sei immer gerne Lehrer gewesen, betonte Karlheinz Ranft. Doch im Vergleich zu den früheren Zeiten, als die Schüler wesentlich begeisterungsfähiger gewesen seien und auch die Eltern mitgezogen hätten, habe sich viel zum Negativen entwickelt. Als „größten Fehler“ bezeichnete er die Einführung des freien Elternwillens bei der Auswahl der Schulstufe.
